Vor drei Monaten kannte kaum jemand OpenClaw. Heute ist es das populärste Open-Source-Projekt in der Geschichte von GitHub — mit über 250.000 Stars. Und Jensen Huang, CEO des wertvollsten Unternehmens der Welt, sagt auf der GTC: ‘Das ist definitiv das nächste ChatGPT.‘
Von einem österreichischen Entwickler zum globalen Phänomen
OpenClaw ist kein Chatbot. Es ist ein autonomer KI-Agent, der Aufgaben ausführt, Entscheidungen trifft und Aktionen durchführt — mit minimalem menschlichem Input. Entwickelt hat das Ganze Peter Steinberger, ein österreichischer Entwickler, der damit in seiner Freizeit angefangen hat. Im November 2025, damals noch unter dem Namen ‘Clawdbot’.
Inzwischen nutzen Millionen Menschen OpenClaw, um Workflows zu automatisieren, Dateien zu verwalten, E-Mails zu verschicken und APIs zu steuern. Und das Ganze läuft über Slack, Discord, iMessage oder WhatsApp — also da, wo die Leute sowieso schon sind.
Warum die grossen KI-Firmen nervoes werden
Das eigentlich Spannende an der OpenClaw-Story ist nicht das Produkt selbst. Es ist die Frage, die es aufwirft: Werden KI-Modelle zur Ware?
CNBC berichtet, dass die Branche zunehmend besorgt ist. Wenn ein einzelner Entwickler einen autonomen Agenten bauen kann, der mit den Produkten von OpenAI und Anthropic konkurriert — was bedeutet das für Unternehmen mit einer kombinierten Bewertung von über einer Billion Dollar?
David Hendrickson von GenerAIte Solutions bringt es auf den Punkt: OpenClaw hat bewiesen, dass voll autonome KI auch zu Hause laufen kann, ohne die Big-Tech-Infrastruktur. Das könnte der ‘Black Swan Moment’ sein, vor dem sich die großen KI-Firmen gefürchtet haben.
Steinberger geht zu OpenAI
Im Februar kündigte Steinberger an, dass er zu OpenAI wechselt. OpenClaw selbst wird in eine Open-Source-Foundation überführt — OpenAI will das Projekt weiter unterstützen. Ein kluger Schachzug: Statt gegen die Open-Source-Bewegung zu kämpfen, holt man sich den Kopf dahinter ins Boot.
In China hat OpenClaw derweil ein ganz eigenes Eigenleben entwickelt. Tencent hat eine komplette Produktsuite darauf aufgebaut, während die chinesische Regierung staatlichen Einrichtungen die Nutzung auf Arbeitsrechnern untersagt hat — aus Sicherheitsgründen.
Meine Einschaetzung
OpenClaw zeigt etwas, das viele in der Branche nicht wahrhaben wollen: Die Eintrittsbarriere fuer KI-Agenten sinkt dramatisch. Das bedeutet nicht, dass OpenAI oder Anthropic irrelevant werden. Aber es bedeutet, dass der reine Modellzugang allein kein Burggraben mehr ist. Die Musik spielt zunehmend bei der Integration, bei Daten und bei der Nutzererfahrung.
Und ehrlich gesagt finde ich das gut. Mehr Wettbewerb, mehr Open Source, mehr Demokratisierung. Am Ende profitieren wir alle davon.
Quellen: