OpenAI will seine Belegschaft bis Ende 2026 auf rund 8.000 Mitarbeiter fast verdoppeln. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf zwei Personen mit Kenntnis der Pläne. Aktuell beschäftigt das Unternehmen etwa 4.500 Menschen.
Wo die neuen Leute hinkommen
Die meisten Neueinstellungen sollen in Produktentwicklung, Engineering, Forschung und Vertrieb fliessen. Besonders interessant: OpenAI baut eine neue Rolle auf — ‘Technical Ambassadors’, die Unternehmen helfen sollen, die OpenAI-Tools besser einzusetzen. Das klingt verdächtig nach dem, was Anthropic mit seinem gerade erst angekündigten Claude Partner Network macht.
Der Elefant im Raum heisst Anthropic
Wer zwischen den Zeilen liest, sieht den wahren Treiber: Anthropic. Laut der Financial Times hat CEO Sam Altman bereits im Dezember einen internen ‘Code Red’ ausgerufen. Nicht-kritische Projekte wurden pausiert, Teams auf die Kernentwicklung umgeleitet — als Reaktion auf Googles Gemini 3 und Anthropics wachsende Marktpräsenz.
Claude Code allein hat Anthropics Umsatz auf über 2,5 Milliarden Dollar katapultiert. Wenn sich der Trend fortsetzt, könnte Anthropic OpenAI beim Umsatz noch dieses Jahr überholen. Das ist eine Zahl, die in San Francisco für schlaflose Nächte sorgt.
Infrastruktur waechst mit
OpenAI hat in San Francisco zusätzliche Büroflächen gesichert — insgesamt jetzt über eine Million Quadratfuß. Bei einer Bewertung von 840 Milliarden Dollar und einer 110-Milliarden-Finanzierungsrunde im Rücken ist Geld zumindest nicht das Problem.
Meine Einschaetzung
Diese Nachricht zeigt vor allem eins: Der KI-Wettlauf wird nicht nur mit Modellen gewonnen, sondern mit Menschen. OpenAI reagiert hier klar auf den Druck von Anthropic — und das ist bemerkenswert. Noch vor einem Jahr hätte kaum jemand erwartet, dass Anthropic zum ernsthaften Umsatzrivalen wird.
Die ‘Technical Ambassador’-Rolle finde ich besonders spannend. Sie zeigt, dass auch OpenAI erkannt hat: Es reicht nicht, das beste Modell zu haben. Du musst den Kunden auch zeigen, was sie damit machen können.
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