OpenAI schraubt wieder an ChatGPT. Diesmal gibt es drei Änderungen auf einmal: ein Feinschliff für GPT-5.5 Instant, das Aus für das Canvas-Panel in den neuen Modellen und einen Abschiedsplan für zwei ältere Modelle.
GPT-5.5 Instant wird lesbarer
Das erst kürzlich ausgerollte GPT-5.5 Instant bekommt ein Stil-Update. Antworten sollen sich natürlicher lesen, besser strukturiert sein und vor allem weniger in endlose Bullet-Point-Listen zerfallen. Klingt unscheinbar, ist aber genau die Art von Detail, die im Alltag den Unterschied macht. Wer ChatGPT für schnelle Antworten nutzt, merkt schlechte Lesbarkeit sofort.
Canvas verschwindet aus den neuen Modellen
Die größere Änderung betrifft Canvas — das Seitenpanel, das beim Bearbeiten von Texten oder beim Vorschauen von Code aufpoppt. In GPT-5.5 Instant und GPT-5.5 Thinking ist es jetzt weg. Stattdessen passieren Schreib- und Coding-Aufgaben direkt im Chat über sogenannte Writing Blocks und Code Blocks.
Zahlende Nutzer kommen während der Übergangsphase über ältere Modelle weiter an Canvas — aber nur, bis diese Modelle abgeschaltet werden. Und genau das ist der dritte Punkt.
o3 und GPT-4.5 laufen aus
OpenAI zieht zwei ältere Modelle aus ChatGPT zurück. o3 verschwindet am 26. August 2026 nach einer 90-tägigen Auslaufphase, GPT-4.5 schon am 27. Juni 2026 nach 30 Tagen. Bis dahin bleiben beide für zahlende Nutzer in den Modelleinstellungen verfügbar. o3 bleibt vorerst noch über die API erreichbar; GPT-4.5 war dort ohnehin längst rausgeflogen.
Meine Einschätzung
Das Muster ist klar: OpenAI räumt auf. Statt einer wuchernden Modell-Liste und einem separaten Canvas-Werkzeug soll alles im Chat passieren — ein Block für Text, ein Block für Code, fertig. Das vereinfacht die Oberfläche, nimmt aber auch Leuten etwas weg, die sich an Canvas gewöhnt haben. Der Trend zu kürzeren, lesbareren Antworten gefällt mir. Die Modell-Abschaltungen sind die unsexy Kehrseite des schnellen Tempos: Wer auf ein bestimmtes Modell baut, sollte die Auslaufdaten im Kalender haben.
Quellen: OpenAI Release Notes · The Decoder