2 Min. Lesezeit KI-generiert

Die Stimmung kippt: Öffentlichkeit wird KI-skeptisch — und Anthropic und OpenAI wollen an die Börse

Artikel als Markdown kopieren

Während Anthropic und OpenAI ihre Börsengänge vorbereiten, wächst der Widerstand gegen KI und Rechenzentren in der Bevölkerung. Das Timing könnte kaum schlechter sein.

Featured image for "Die Stimmung kippt: Öffentlichkeit wird KI-skeptisch — und Anthropic und OpenAI wollen an die Börse"

Es gibt eine wachsende Kluft in der KI-Branche — und sie verläuft nicht zwischen den Unternehmen, sondern zwischen der Industrie und der Öffentlichkeit. Während Anthropic bei 800 Milliarden Dollar Bewertung steht und OpenAI gerade 122 Milliarden Dollar eingesammelt hat, kippt die Stimmung in der Bevölkerung. Und das ausgerechnet jetzt, wo beide Unternehmen ihre Börsengänge vorbereiten.

Was die Zahlen sagen

CNBC berichtet über eine zunehmende Skepsis gegenüber KI und den massiven Rechenzentren, die sie antreiben. In lokalen Gemeinden formiert sich Widerstand gegen neue Data-Center-Projekte. Die Sorgen sind konkret: Wasserverbrauch, Energiebedarf, Lärm, und die Frage, ob die versprochenen Jobs wirklich kommen.

Der Stanford AI Index 2026, der diese Woche erschien, bestätigt den Trend: Die Vertrauenslücke zwischen KI-Entwicklern und der breiten Öffentlichkeit wird größer, nicht kleiner. Menschen nutzen KI-Tools zwar immer häufiger, aber das Vertrauen in die Unternehmen dahinter sinkt.

Das IPO-Dilemma

Für Anthropic und OpenAI kommt das zur Unzeit. Anthropic peilt einen Börsengang im Oktober an — bei einer Bewertung von möglicherweise über 60 Milliarden Dollar. OpenAI, jetzt 852 Milliarden Dollar wert, plant ebenfalls einen Gang an die Börse. Beide brauchen eine positive öffentliche Wahrnehmung, um Privatanleger zu überzeugen.

Aber die Nachrichtenlage arbeitet dagegen. Anthropics Mythos-Modell hat Regulierer weltweit in Alarmbereitschaft versetzt. Claude-Nutzer beschweren sich über gedrosselte Leistung. Und die Diskussion über den Energieverbrauch von KI-Rechenzentren wird lauter, nicht leiser.

Techbranche vs. Bevölkerung

Es erinnert an frühere Tech-Zyklen. Social Media war auch mal die Zukunft — bis die Öffentlichkeit die Schattenseiten entdeckte. Krypto war revolutionär — bis es das nicht mehr war. KI befindet sich gerade an einem ähnlichen Wendepunkt: Die Technologie wird besser und mächtiger, aber das allein reicht nicht mehr.

Die Unternehmen investieren weiter massiv. Anthropic hat gerade einen 3,5-Gigawatt-Deal mit Google und Broadcom abgeschlossen. OpenAI baut sein Team auf 8.000 Mitarbeiter aus. Die Branche wettet alles auf weiteres Wachstum. Aber ob die Öffentlichkeit mitzieht, ist eine andere Frage.

Was das für die IPOs bedeutet

Ein Börsengang in einem Umfeld wachsender KI-Skepsis ist nicht unmöglich — aber riskanter, als die Bewertungen vermuten lassen. Privatanleger reagieren auf Stimmungen, nicht nur auf Umsatzzahlen. Und die Stimmung wird gerade gemischter.

Das heißt nicht, dass die IPOs scheitern werden. Aber es heißt, dass Anthropic und OpenAI nicht nur Investoren, sondern auch die Öffentlichkeit überzeugen müssen. Und das wird schwieriger, je lauter die Debatte über die Kosten von KI geführt wird.


Quellen: