Die Lage ist vertrackt: Disney, Universal und Warner Bros. haben Midjourney verklagt, weil dessen Modelle Bilder von Darth Vader, Bart Simpson und anderen geschützten Figuren erzeugen können. Soweit die bekannte Geschichte. Jetzt kommt der Plot-Twist.
‘Zeigt uns eure KI-Nutzung’
In neuen Gerichtsunterlagen vom 4. Juli fordert Midjourney, dass die Studios offenlegen, wie sie selbst KI einsetzen. Der Vorwurf: Die Studios entwickeln hinter verschlossenen Türen eigene Bild-KI-Modelle — und trainieren sie möglicherweise auf genau die unlizenzierte urheberrechtlich geschützte Arbeit, für die sie Midjourney verklagen.
Midjourney argumentiert: Wenn die Studios intern dasselbe tun, zeigt das, dass Training auf urheberrechtlich geschütztem Material eine Branchenpraxis ist — keine Piraterie eines einzelnen Startups.
Was ein Richter bereits entschieden hat
Ein Richter hat den Studios bereits auferlegt, Informationen über ihre eigene KI-Nutzung preiszugeben — aber nur dort, wo sie zu ‘consumer-facing’ Videos und Bildern geführt hat. Midjourney geht jetzt weiter: Es will alle Prompts sehen, die die Studios in Midjourney eingegeben haben, plus alle Ergebnisse — nicht nur die Prompts, die die angeblich verletzenden Bilder erzeugt haben.
Warum das wichtig ist
Dieser Fall könnte einen Präzedenzfall für die gesamte KI-Branche schaffen. Wenn ein Gericht entscheidet, dass selbst die Rechteinhaber KI auf urheberrechtlich geschütztem Material trainieren, wird es schwer, genau diese Praxis bei anderen zu verbieten.
Die Studios schweigen bisher zu den Vorwürfen. Aber die Dynamik hat sich verschoben: Midjourney ist nicht mehr nur der Beklagte — es stellt selbst unbequeme Fragen.
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