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Michael Burry shortet Palantir — und nennt Anthropic den wahren KI-Gewinner

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Der 'Big Short'-Investor haelt an seinen Puts gegen Palantir fest und sagt: Anthropics Wachstum von 9 auf 30 Milliarden in Monaten zeige, wo das Geld hingeht.

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Michael Burry, bekannt geworden durch seinen Short gegen den US-Häusermarkt 2008, hat sich am Wochenende erneut zu seinen Wetten im KI-Sektor geäussert. Die Botschaft: Er bleibt mit Puts gegen Palantir positioniert — und bezeichnet Anthropic als deutlich interessanteres Investment.

Die Rechnung, die er aufmacht

Burrys Argument ist simpel: Anthropic sei in wenigen Monaten von 9 auf 30 Milliarden Dollar Bewertung bzw. Run-Rate-Umsatz gesprungen. Palantir habe dafür zwei Jahrzehnte gebraucht, um auf 5 Milliarden zu kommen. Die Schlussfolgerung: Anthropic sei die “einfachere, günstigere, intuitivere Lösung für Unternehmen.”

Palantir hingegen hänge an Regierungsaufträgen — und die seien “Low-Margin und klein”. Trotz Trumps wohlwollender Äusserungen über das Unternehmen hält Burry an seinen Put-Optionen fest.

Was daran neu ist

Burry hatte in den vergangenen Monaten wiederholt vor einer KI-Blase gewarnt. Dass er jetzt Anthropic ausdrücklich lobt, ist eine Differenzierung, die es so noch nicht gab: Er unterscheidet zwischen überbewerteten Incumbents und echten Herausforderern. Sein Zitat über Anthropic: Neue Unternehmen würden zunehmend Anthropic gegenüber etablierten Wettbewerbern bevorzugen — und das verschiebe den Markt.

Dazu passt der Ramp-Index, über den ich vor kurzem geschrieben habe: Der Abstand zu OpenAI bei zahlenden US-Unternehmen liegt nur noch bei 4,6 Prozentpunkten. Burry liest dieselben Daten und zieht dieselben Schlüsse wie die Enterprise-Einkäufer.

Meine Einordnung

Burry ist ein Contrarian, dem man nicht alles blind abkaufen sollte. Sein Palantir-Short läuft seit Monaten und hat ihm bisher wenig eingebracht. Aber das Anthropic-Lob ist bemerkenswert, weil er sich damit öffentlich festlegt — und damit eine These verteidigt, die vor einem Jahr noch niemand ernst genommen hat: dass Anthropic OpenAI bei Unternehmen wirklich einholen kann.

Wenn selbst Short-Seller das Narrativ wechseln, ist das ein leiser, aber deutlicher Marktsignal. Für Claude-Nutzer heisst das: Das Produkt, das du täglich benutzt, hat gerade die Wall-Street-Phase erreicht, in der es nicht mehr Prognose ist, sondern Bewertung.


Quellen: