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Jack Clark auf Semafor-Buehne: Anthropic spricht mit Trump-Regierung und oeffnet Mythos-Zugang

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Anthropic-Mitgruender Jack Clark verraet auf einem Semafor-Event: Man sei im Gespraech mit der Trump-Regierung ueber das naechste Modell — und weite den Mythos-Zugang aus.

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Jack Clark, Mitgründer und Policy-Chef von Anthropic, hat am Montag bei einem Semafor-Event in Washington überraschend offen über das Verhältnis zur US-Regierung gesprochen. Zwei Aussagen fallen auf — und beide sind bemerkenswert, wenn man sich den Kontext der letzten Wochen anschaut.

Gespräche mit der Trump-Regierung — trotz Pentagon-Streit

Laut Clark spricht Anthropic derzeit mit der Trump-Administration über das nächste Frontier-Modell. Das ist insofern bemerkenswert, als das Pentagon im Februar Geschäfte mit Anthropic über Cloud-Vermittler gestoppt und das Unternehmen als Lieferkettenrisiko eingestuft hatte. Der Streit drehte sich um Leitplanken für den militärischen KI-Einsatz — Anthropic wollte enge Grenzen, das Verteidigungsministerium fand das zu restriktiv.

Clark formulierte es so: “Uns ist nationale Sicherheit wichtig.” Und er machte deutlich, dass Regierungsvertreter Transparenz über die Technologie brauchen würden. Anthropic werde diese Gespräche über aktuelle und zukünftige Modelle fortsetzen. Welche Behörden konkret beteiligt sind, liess er offen.

Mythos-Zugang wird ausgeweitet

Der zweite Satz ist für Entwickler und Enterprise-Kunden noch interessanter: Anthropic sei dabei, den Zugang zu Claude Mythos zu verbreitern. Bisher ist Mythos Preview nur über Project Glasswing und an eine Handvoll Partner ausgerollt — darunter Apple, AWS, Google, Microsoft, JPMorganChase, CrowdStrike und Palo Alto Networks.

Mehr Zugang heisst nicht sofortiger Public Release. Die Cybersecurity-Fähigkeiten von Mythos gelten intern weiterhin als zu gefährlich für einen breiten Launch — das Modell hat in Tests tausende kritische Schwachstellen in Betriebssystemen und Browsern gefunden. Die Frage ist eher: Welche weiteren Enterprise-Kunden bekommen kontrollierten Zugriff, und unter welchen Auflagen?

Meine Einordnung

Die beiden Aussagen passen zusammen. Wenn Anthropic mit der Regierung spricht und gleichzeitig den Zugang zu Mythos staffelt, ist das keine Widersprüchlichkeit, sondern eine Strategie: Man zeigt Behörden, was das Modell kann, bevor man es in die Breite bringt. Nach dem Pentagon-Debakel ist das auch politisch klug — Anthropic lernt, dass “nur Nein sagen” langfristig nicht reicht, wenn man in den USA Infrastruktur-Deals gewinnen will.

Für Cowork- und Claude-Code-Nutzer bleibt Mythos vorerst Zukunftsmusik. Aber die Richtung ist klar: Das Modell wird kommen, nur mit Handbremse.


Quellen: