Meta hat am Dienstag Muse vorgestellt, den lange angekündigten persönlichen KI-Agenten. Unter der Haube läuft ein eigenes Modell namens Muse Spark.
Was Muse machen soll
Der Agent verbindet sich mit den Diensten, die man ohnehin nutzt: Mail, Kalender, Zahlungsdienste, Gesundheits-Apps, Smart Home. Auf dieser Basis erledigt er Aufgaben statt nur zu antworten – Mails verschicken, Reisen buchen, Formulare ausfüllen, Verträge günstiger machen, aus einem Rezept eine Einkaufsliste bauen, tatsächlich einkaufen.
Verfügbar ist Muse im Web unter muse.ai, als App für iOS und Android sowie in WhatsApp. Metas KI-Brillen sollen folgen.
Bezahlt wird gestaffelt: eine kostenlose Stufe für den Einstieg, «Power» für 20 Dollar im Monat, «Maximum» für 100 Dollar. In der App sitzen Verbrauchsanzeigen, die warnen, bevor es kostenpflichtig wird.
Der Elefant im Raum
Ein Agent, der Postfach, Kalender, Gesundheitsdaten und Zahlungsmittel gleichzeitig sieht, ist das Vertrauensintensivste, was man einem Unternehmen geben kann. Und ausgerechnet Meta fragt danach.
Meta antwortet mit Technik: Eine «Muse Secure VM» soll die Daten isolieren und dafür sorgen, dass der Agent Passwörter und Zahlungsdaten nie zu Gesicht bekommt. Klingt vernünftig. Nachprüfen kann es von außen bisher halt niemand.
TechCrunch erinnert in seiner Einordnung an die Vergleiche mit der FTC von 2011, 2019 und 2023, an im Klartext gespeicherte Passwörter und an Cambridge Analytica. Und die Frage am Ende des Artikels sitzt: Reichen persönliche Nähe und Nutzen aus, damit Menschen Meta ihre Daten noch einmal anvertrauen?
Mein Eindruck
Funktional ist das ein direkter Angriff auf das Feld, in dem Anthropic mit Cowork und OpenAI mit ihren Agenten unterwegs sind. Der Unterschied liegt in der Reichweite: Meta hat WhatsApp und damit einen Kanal, in dem Milliarden Menschen sowieso jeden Tag sind. Kein Download, keine neue Gewohnheit.
Genau deshalb finde ich die Preisstufen interessanter als die Feature-Liste. 100 Dollar im Monat sind kein Consumer-Preis. Meta glaubt offenbar, dass es Leute gibt, die für einen Agenten mit vollem Zugriff so viel zahlen. Ich bin gespannt, ob sich das bestätigt – und wer die ersten Datenpannen meldet.
Quellen: Meta: Muse, TechCrunch: Meta debuts its Muse AI agent, 9to5Mac