Am Dienstag kam Claude Code 2.1.265 – und wenige Stunden später 2.1.266 hinterher, weil eine einzelne Umgebungsvariable alle Gateway-Setups lahmgelegt hatte. Der Reihe nach.
Was 2.1.265 bringt
Das Changelog ist ungewöhnlich lang, gut vierzig Punkte. Die drei neuen Sachen zuerst:
--plugin-dirzeigt jetzt auf einen Ordner voller Plugins. Jeder Unterordner mit Manifest wird geladen, und wer während der Laufzeit etwas hinein- oder herauslegt, muss nicht neu starten.- Tool-Ergebnisse, die auf die Platte geschrieben werden, bekommen einen Deckel von 1 GB. Die Vorschau im Chat sagt dir, wenn abgeschnitten wurde.
- Claude Desktop und Cowork schicken über das Claude-Apps-Gateway jetzt
user.emailunduser.groupsmit in die Telemetrie, genau wie Terminal-Sitzungen. Für Admins praktisch, für alle anderen ein Punkt zum Nachlesen.
Spannender finde ich den unauffälligen Block darunter: gleich mehrere Fixes am Prompt-Cache. Ein wiederaufgenommener Subagent hat bisher seine Tool-Liste und den System-Prompt-Präfix verändert, Agent-Teammates haben Hook-Kontext und vorgeladene Skills aus dem Präfix geschoben. Beides zerstörte die Cache-Wiederverwendung – und das schlägt direkt auf die Rechnung durch. Solche Zeilen liest man schnell weg, dabei sind sie oft der Grund, warum eine lange Sitzung plötzlich teuer wird.
Dazu Kleinkram, der im Alltag zählt: Nach einem Absturz mitten im Tool-Aufruf wird beim Fortsetzen der letzte Prompt nicht mehr umgeschrieben, der abgebrochene Aufruf bleibt stehen und ist als unterbrochen markiert. /model opusplan[1m] wird nicht mehr mit «Model not found» abgewiesen. MCP-Server, die als http konfiguriert sind, aber nur den alten HTTP+SSE-Transport sprechen, fallen jetzt auf SSE zurück statt nie zu verbinden. Und in nicht-interaktiven Sitzungen bleibt ein cd über Nachrichten hinweg erhalten – das hat mich selbst schon Nerven gekostet.
Der Rückzieher
CLAUDE_CODE_USE_GATEWAY ist eine undokumentierte Variable, die bisher ignoriert wurde, solange nicht gleichzeitig ANTHROPIC_BASE_URL und ANTHROPIC_AUTH_TOKEN gesetzt waren. In 2.1.265 erzwang sie plötzlich allein den Gateway-Login. Wer sie neben einem API-Key, einem apiKeyHelper oder eigenen Auth-Headern stehen hatte, bekam bei jedem Request «Not signed in to the Cloud gateway».
2.1.266 macht genau das rückgängig. Keine Konfigurationsänderung nötig, einfach updaten.
Einordnung
Ein Release dieser Größe am selben Tag nachbessern zu müssen, sieht erst mal unschön aus. Ehrlich gesagt gefällt mir das trotzdem besser als die Alternative, drei Tage auf einen Fix zu warten. Auffällig bleibt, wie viel Arbeit gerade in Gateway, Remote Control und Plugin-Verwaltung fließt – das ist die Infrastruktur für Teams, nicht für Einzelentwickler am Terminal.
Quellen: Claude Code Changelog