Es gibt Personalwechsel, die sind einfach nur Nachrichten. Und dann gibt es Personalwechsel, die ein Statement sind. Der Wechsel von Andrej Karpathy zu Anthropic gehört eindeutig in die zweite Kategorie.
Karpathy hat OpenAI mitgegründet. Er hat Teslas Autopilot-KI geleitet. Er ist einer der bekanntesten KI-Forscher weltweit, mit Millionen Followern und einer YouTube-Reihe, die vielen den Einstieg in neuronale Netze ermöglicht hat. Und jetzt arbeitet er an Claude.
Was er bei Anthropic macht
Karpathy ist im Pre-Training-Team unter Nick Joseph gestartet. Pre-Training — das ist die Phase, in der ein Modell sein Grundwissen und seine Fähigkeiten bekommt. Die teuerste, rechenintensivste Phase beim Bau eines Frontier-Modells.
Sein konkreter Auftrag: Ein Team aufbauen, das Claude nutzt, um die Pre-Training-Forschung selbst zu beschleunigen. Also KI, die KI-Forschung vorantreibt. Das ist ein klares Signal, dass Anthropic auf KI-gestützte Forschung setzt — nicht nur auf mehr Rechenleistung.
Warum das wichtig ist
Karpathy gehört zu den wenigen Forschern, die die Brücke zwischen LLM-Theorie und Training im großen Maßstab schlagen können. Dass Anthropic genau ihn holt, zeigt Selbstbewusstsein. Man traut sich zu, mit OpenAI und Google auf Augenhöhe zu konkurrieren — und zwar nicht über Geld allein, sondern über Talent und Methode.
Nebenbei hat Anthropic auch Chris Rohlf ins Frontier Red Team geholt — ein Cybersecurity-Veteran mit über 20 Jahren Erfahrung, zuletzt bei Meta. Das passt ins Bild: Anthropic investiert gleichzeitig in Leistung und Sicherheit.
Und Eureka Labs?
Karpathy hatte 2024 Eureka Labs gegründet, ein Startup für KI-gestützte Bildung. Ob und wie es damit weitergeht, ist unklar. Er selbst sagt nur, dass er weiterhin leidenschaftlich an Bildung interessiert sei und seine Arbeit daran zu gegebener Zeit fortsetzen wolle.
Für Anthropic ist dieser Hire ein Coup. Für die KI-Branche insgesamt ein weiteres Zeichen dafür, wie schnell sich die Gravitationszentren verschieben können.
Quellen: TechCrunch, CNBC, VentureBeat