Das ging schnell. Nach weniger als zwei Stunden Beratung hat eine Jury in Oakland gegen Elon Musk entschieden. Seine Klage gegen Sam Altman und OpenAI — in der es um bis zu 180 Milliarden Dollar an angeblich unrechtmäßig erwirtschafteten Gewinnen ging — ist gescheitert. Nicht inhaltlich, sondern an der Uhr.
Worum es ging
Musk hatte OpenAI 2024 verklagt. Sein Vorwurf: Altman und OpenAI hätten das Versprechen gebrochen, das Unternehmen als Nonprofit zu führen. Er wollte Altman und OpenAI-Präsident Greg Brockman aus der Führung entfernen lassen und die 2025 vollzogene Umstrukturierung zur gewinnorientierten Firma rückgängig machen.
Warum er verloren hat
Die Jury befand, dass Musks Ansprüche außerhalb der dreijährigen Verjährungsfrist lagen. Das Gericht hat sich gar nicht erst mit der Frage beschäftigt, ob OpenAI tatsächlich sein Nonprofit-Versprechen gebrochen hat. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers übernahm das Urteil der Beratungsjury sofort.
Musks Reaktion
Musk nannte das Urteil auf X eine ‘kalendarische Formalität’ und kündigte Berufung an. Typisch Musk — er gibt nicht auf, auch wenn die juristische Grundlage dünn ist.
Was das bedeutet
Für OpenAI ist das erstmal eine Entlastung. Der IPO-Prozess kann ohne diese Klage im Nacken weitergehen. Für die breitere Debatte um KI-Governance ändert sich wenig: Die Frage, ob es okay ist, ein KI-Nonprofit in ein 300-Milliarden-Dollar-Unternehmen umzuwandeln, wurde vom Gericht schlicht nicht beantwortet.
Und für Musk? Der führt seinen KI-Krieg auf anderen Fronten weiter. xAI wächst, Grok wird aggressiv positioniert, und der nächste Gerichtstermin ist vermutlich nur eine Frage der Zeit.
Quellen: TechCrunch, CNBC