Während sich die westliche KI-Welt um Pentagon-Deals und Milliarden-Bewertungen dreht, baut China leise seine eigene Infrastruktur auf. Und Huawei steht im Zentrum.
Die Zahlen
Huawei rechnet 2026 mit rund 12 Milliarden Dollar Umsatz aus KI-Chips — ein Plus von mindestens 60 Prozent gegenüber den 7,5 Milliarden im Vorjahr. Haupttreiber ist der Ascend 950PR-Prozessor, der seit März 2026 in Massenproduktion ist und laut Berichten bereits die meisten Aufträge für das Jahr gesichert hat.
Im vierten Quartal soll eine verbesserte Version folgen, der Ascend 950DT.
Warum das passiert
Zwei Faktoren treiben das Wachstum: Erstens die US-Exportbeschränkungen, die Nvidia effektiv aus dem chinesischen Markt drängen. Zweitens hat DeepSeek sein V4-Modell für Huawei-Hardware optimiert — ein Signal an die gesamte chinesische KI-Branche, dass man Nvidia nicht mehr braucht.
Die Dynamik ist selbstverstärkend: Je mehr Entwickler auf Huawei optimieren, desto besser wird das Ökosystem, desto weniger vermisst man Nvidia.
Was das für den globalen KI-Markt bedeutet
Wir sehen gerade die Entstehung zweier getrennter KI-Ökosysteme. Der Westen baut auf Nvidia und TPUs, China auf Huaweis Ascend. Die Modelle von DeepSeek, Qwen und anderen chinesischen Labs laufen bereits nativ auf Huawei-Hardware.
Für Nvidia ist das ein Problem. Nicht weil China kurzfristig auf dem gleichen Leistungsniveau ist — der Ascend 950PR liegt noch hinter den neuesten H200- und B200-Chips. Sondern weil ein Markt mit über einer Milliarde potenzieller Nutzer gerade eigene Standards setzt.
Und Reuters merkt an: Die 60-Prozent-Prognose stammt aus einem FT-Bericht und konnte nicht unabhängig verifiziert werden. Aber selbst wenn die Zahl etwas niedriger liegt — die Richtung ist eindeutig.
Quellen: