Google macht Ernst beim Kampf um KI-Nutzer. Mit einem neuen Import-Tool können Gemini-Nutzer ab sofort ihren kompletten Chatverlauf und persönliche Kontextdaten von anderen KI-Assistenten übernehmen — inklusive ChatGPT, Claude und Copilot.
So funktioniert der Import
Google bietet zwei Wege an. Für den schnellen Wechsel kopierst du einen vorgeschlagenen Prompt in deinen bisherigen KI-Assistenten und fügst die Antwort in Gemini ein. So übernimmt Gemini deine wichtigsten Präferenzen und Fakten.
Wer den kompletten Verlauf mitnehmen will, kann seinen gesamten Chatverlauf als ZIP-Datei hochladen (bis zu 5 GB). Gemini verarbeitet die Daten — das kann je nach Dateigröße bis zu einem Tag dauern — und hat danach Zugriff auf deinen bisherigen Kontext.
Warum das clever ist
Der größte Nachteil beim Wechsel zwischen KI-Assistenten war bisher: Du fängst bei null an. Alle Präferenzen, alle persönlichen Informationen, alles Wissen über dich — weg. Google beseitigt genau diese Hürde.
Nach dem Import kennt Gemini die gleichen Fakten über dich wie dein vorheriger Assistent: deine Interessen, den Namen deiner Geschwister, wo du aufgewachsen bist. Statt von vorne anzufangen, ist Gemini sofort auf deinem Stand.
Die Einschränkungen
Das Feature ist vorerst nur für private Accounts verfügbar, nicht für Business oder Enterprise. Außerdem ist es im Europäischen Wirtschaftsraum, UK und der Schweiz aktuell nicht nutzbar — vermutlich wegen DSGVO-Bedenken.
Meine Einordnung
Das ist ein aggressiver Move von Google. Bisher war der Wechsel zwischen KI-Assistenten wie ein Umzug ohne Möbelwagen — man konnte gehen, aber musste alles zurücklassen. Google baut jetzt den Möbelwagen.
Die Frage ist: Reicht ein einfacher Import, um Nutzer zum Wechsel zu bewegen? Oder bleibt die Qualität des Modells der entscheidende Faktor? Ich vermute Letzteres — aber die niedrige Wechselhürde könnte Google trotzdem einen Vorteil verschaffen, besonders bei unentschlossenen Nutzern.
Quellen: