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Der Gemini-Aderlass geht weiter: Zwei weitere Top-Forscher zu Anthropic

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Nach Nobelpreisträger John Jumper verliert Google laut Bloomberg zwei weitere zentrale Gemini-Köpfe an Anthropic — drei prominente Abgänge in sechs Tagen. Der Treiber: die Aussicht auf den Börsengang.

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Es ist erst ein paar Tage her, dass Nobelpreisträger John Jumper Google DeepMind in Richtung Anthropic verlassen hat. Jetzt legt Google nach — unfreiwillig. Laut einem Bloomberg-Bericht vom 24. Juni stehen zwei weitere hochkarätige KI-Forscher kurz vor dem Wechsel zu Anthropic.

Drei in sechs Tagen

Die Namen: Jonas Adler und Alexander Pritzel. Beide gelten intern als zentrale Beiträger zu Googles Gemini-Modell. Adler arbeitete am Coding-Bereich, Pritzel am Training der Modelle — also genau an den Stellen, an denen sich gerade entscheidet, wer im KI-Rennen vorne liegt. Zusammen mit Jumper sind das drei prominente Gemini-Abgänge innerhalb von sechs Tagen.

Und es ist nicht nur Anthropic, das absahnt. Star-Forscher Noam Shazeer — einer der Köpfe hinter der ursprünglichen Transformer-Architektur — soll zu OpenAI gehen. Google sitzt damit in einer Position, die kein Tech-Konzern haben will: Die eigenen Leute, die das Vorzeigemodell gebaut haben, werden reihenweise von den Herausforderern abgeworben.

Warum gerade jetzt?

Der entscheidende Hebel ist nicht unbedingt das Gehalt — bei Google verdient man bereits gut. Es ist der Zeitpunkt. Anthropic und OpenAI stehen beide kurz vor dem Börsengang. Anthropic hat nach einer Finanzierungsrunde bei 965 Milliarden Dollar bereits vertraulich den IPO-Antrag eingereicht. Wer jetzt einsteigt, bevor die Aktien öffentlich gehandelt werden, hat die Chance auf einen seltenen Zahltag — Pre-IPO-Anteile, die nach dem Börsengang ein Vielfaches wert sein können.

Für gut bezahlte Big-Tech-Angestellte ist das ein Argument, gegen das ein höheres Gehalt schwer ankommt. Anthropic und OpenAI verkaufen nicht nur spannende Arbeit, sondern ein finanzielles Fenster, das sich bald schließt.

Meine Einordnung

Talentwanderung in der KI-Branche ist nichts Neues — aber das Muster wird deutlicher. Vor einem Jahr ging es um einzelne Stars und Abwerbeprämien. Heute geht es um ganze Schichten von Schlüsselleuten und um den Sog eines bevorstehenden IPOs. Google hat das Geld und die Forschungstiefe, um zu kontern, keine Frage. Aber wenn ausgerechnet die Architekten deines Flaggschiffs zur Konkurrenz wechseln, ist das mehr als ein HR-Problem — es ist ein Signal, wo gerade die Energie im Feld sitzt.

Spannend finde ich den Nebeneffekt: Anthropic zieht nicht nur Coding- und Trainingsexperten an, sondern mit Jumper auch einen Nobelpreisträger aus der Biologie. Das passt zu einem Haus, das KI zunehmend als Werkzeug für die Wissenschaft denkt — und nicht nur als Chatbot.

Quellen: Bloomberg: Google Poised to Lose Two More High-Profile AI Staffers to Anthropic