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Claude Cowork kommt aufs Handy — und die meisten Nutzer coden gar nicht

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Anthropic bringt Cowork auf Web und Mobile für Max-Abonnenten. Spannender als die neue Plattform sind aber die ersten Nutzungsdaten: Softwareentwicklung ist nur ein kleiner Teil der Arbeit.

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Cowork war bisher eine Desktop-Sache. Seit Dienstag läuft Anthropics agentischer Assistent auch im Browser und auf dem Handy — vorerst für Max-Abonnenten. Und das ändert mehr, als es auf den ersten Blick klingt.

Was neu ist

Der Kern: Du kannst eine Aufgabe am Schreibtisch starten, unterwegs auf dem Handy den Status checken und das fertige Ergebnis später abholen — auch wenn dein Laptop längst zugeklappt ist. Cowork läuft im Hintergrund weiter, ohne dass ein Gerät online sein muss.

Anthropic nennt ein schönes Beispiel: «Setze Montags um 6 Uhr die Kundenvorbereitung an: Claude arbeitet sich durch E-Mail-Threads, Transkripte und aktuelle News, baut das Briefing-Dokument und legt die Follow-up-Mail als Entwurf ab — ungesendet. Du liest es beim Kaffee gegen.»

Die Desktop-App bleibt der Ort für die tiefe Arbeit, wo Claude auf lokale Dateien und den Browser zugreift. Aber Web und Mobile öffnen die Tür für Leute, die nie eine App installiert haben.

Der eigentliche Knaller: die Zahlen

Gleichzeitig hat Anthropic erstmals Nutzungsdaten veröffentlicht — und die räumen mit einem Klischee auf. Ausgewertet wurden 1,2 Millionen anonymisierte Cowork-Sitzungen aus über 600.000 Organisationen, gesammelt in den letzten zwei Maiwochen.

Die größte Kategorie mit 33,4 Prozent: Geschäftsprozesse und Operatives. Also verstreute Updates zu einem Report zusammenziehen, Onboarding-Checklisten bauen, Tabellen abgleichen. Typische Aufgaben aus Finanzen, HR und Verwaltung.

Auf Platz zwei mit 16,4 Prozent: Content und Copywriting — Entwürfe, Foliendecks, Social Posts, Angebote. Und Softwareentwicklung? Ganze 8,7 Prozent.

Anthropic nennt das die «Arbeit rund um die Arbeit» — die Aufgaben, die zu vielen Jobs gehören, aber selten die Kernaufgabe von jemandem sind.

Meine Einordnung

Das passt zu dem, was ich hier seit Monaten beobachte: Der Hype dreht sich um Coding-Agenten, aber der Alltag der meisten Menschen sieht anders aus. Die spannende Wette von Anthropic — und auch von OpenAI mit Codex — ist nicht mehr, wer den besten Chatbot hat, sondern wer den Ort besetzt, an dem Arbeit tatsächlich passiert.

Dass Cowork jetzt aufs Handy wandert, ist der logische Schritt. Ein Agent, der im Hintergrund läuft und dich nur bei echten Entscheidungen fragt, muss dich überallhin begleiten können. Ob das in der Praxis so reibungslos funktioniert wie in Anthropics Beispielen, wird sich zeigen. Aber die Richtung stimmt.

Quellen: