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Claude teilt sich jetzt ein Gedächtnis über Chat und Cowork - und du bestimmst, was drinsteht

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Was du im Chat erzählst, weiß Cowork jetzt auch - und umgekehrt. Anthropic legt beide Gedächtnisse zusammen, macht jeden Eintrag editierbar und lässt dich selbst entscheiden, ob heikle Themen gespeichert werden.

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Bisher hatte Claude zwei Köpfe. Der eine merkte sich, was du im Chat besprochen hast. Der andere saß in Cowork und fing bei jeder Aufgabe wieder bei null an. Seit dem 25. August ist das vorbei: Chat und Cowork teilen sich dasselbe Gedächtnis.

Ein Gedächtnis statt zwei

Der praktische Effekt: Du erklärst eine Sache einmal, und beide Seiten wissen Bescheid. Besprichst du im Chat die Agenda für eine Konferenz, kennt Cowork beim Budget-Dokument danach die Teilnehmerzahl, die Stadt und die Sprecher. Erklärst du einmal, wie dein Team seine Kennzahlen definiert, benutzt jedes Quartals-Deck, das Cowork danach baut, genau diese Definition. Kein erneutes Briefing.

Anthropic hat außerdem geändert, wann Claude sich etwas merkt. Früher fasste das System ein Gespräch nach dem Ende zusammen. Jetzt legt Claude Themen schon während des Chats ab. Sagst du, dass eine Deadline auf September gerutscht ist, weiß die nächste Unterhaltung das bereits - ohne dass du “merk dir das” sagen musst.

Du siehst und änderst alles

Der Teil, der mir am besten gefällt: Alles, was Claude über dich gespeichert hat, liegt als Liste kurzer Dateien unter “Themen” in den Memory-Einstellungen. Du kannst jede einzeln lesen, ändern oder löschen. Steht der alte Firmenname irgendwo falsch drin, korrigierst du ihn an einer Stelle - und ab dann stimmt er in jedem Gespräch.

Das ist ehrlicher als die Blackbox-Variante, bei der du nie genau weißt, was das Modell eigentlich über dich angesammelt hat.

Heikle Themen bleiben deine Entscheidung

Standardmäßig speichert Claude keine sensiblen Dinge: Gesundheit, Herkunft, religiöse oder politische Überzeugungen, Geschlechtsidentität. Wer will, kann das aber gezielt einschalten. Dann merkt sich Claude etwa deine Glutenunverträglichkeit, wenn es Rezepte vorschlägt. Jede Speicherung eines solchen Themas wird dir angezeigt, und rückwirkend wird nichts nachgetragen.

Ein paar Sachen bleiben komplett tabu, auch mit aktivierter Option: Sozialversicherungsnummern, Ausweisnummern, Vorstrafen, Aufenthaltsstatus. Da sagt Claude schlicht, dass es das nicht speichern kann.

Verfügbarkeit

Bei Free, Pro und Max ist das Gedächtnis auf Web, Desktop und Mobile standardmäßig an - die Speicherung sensibler Themen ausgenommen, die musst du selbst aktivieren. Bei Team und Enterprise entscheiden die Admins, ob die Funktion überhaupt zur Verfügung steht, und für einzelne Nutzer ist sie erst mal aus.

Mein Eindruck

Das Gedächtnis über Werkzeuggrenzen hinweg zusammenzulegen ist der logische Schritt, wenn Cowork Aufgaben in der Cloud erledigen soll. Ein Assistent, der die halbe Vorgeschichte vergisst, sobald er von “Reden” auf “Machen” umschaltet, ist ein halber Assistent. Spannender finde ich fast die editierbaren Dateien. Wer sein eigenes Profil lesen und korrigieren kann, gibt weniger Kontrolle ab - und genau darum geht es bei Gedächtnis am Ende: um Vertrauen.


Quellen: