Beratungen verkaufen Transformation - jetzt kaufen sie selbst welche ein. Bain & Company hat am 25. August eine globale Partnerschaft mit Anthropic verkündet und trägt fortan den Titel “Global Premier”-Partner im Claude Partner Network. Die oberste Stufe.
Erst intern, dann als Angebot
Das Interessante daran: Bain hat Claude nicht bloß ins Regal gestellt, sondern zuerst selbst benutzt. Alle 19.000 Mitarbeiter haben Zugang - Claude.ai, Cowork, Claude Code und die Office-Plug-ins. Schon in der Pilotphase arbeiteten laut Bain über 7.000 Leute innerhalb weniger Wochen damit. Mehr als zwei Drittel der Piloten griffen zum Claude-Add-in für Excel.
Erst diese Erfahrung machen sie nun zum Produkt. Bain berät Kunden künftig gemeinsam mit Anthropic bei KI-Strategie, Technologie-Modernisierung und dem Umbau von Abläufen. Der Verkaufspunkt ist die eigene Ausrollung als Vorlage: Nicht einfach Zugänge verteilen, sondern Onboarding, Schulungen, Support und laufende Umfragen dazu.
Die Zahl, die hängen bleibt
Eine Angabe sticht heraus. Bei Projekten mit alten, schlecht dokumentierten Codebasen will Bain mit Claude 30 bis 50 Prozent mehr Produktivität erreicht haben - während der breite Markt bei dieser Art Arbeit meist unter 15 Prozent meldet. Wenn das stimmt, ist es genau der Fall, für den Anthropic Claude Code positioniert: nicht die grüne Wiese, sondern der Legacy-Sumpf, in dem die teure Ingenieurszeit versickert.
Man sollte solche Beraterzahlen mit der üblichen Vorsicht lesen. Sie stammen aus der Pressemitteilung, nicht aus einer unabhängigen Prüfung. Trotzdem sagt allein die Adoptionsgeschwindigkeit etwas: 7.000 Leute in Wochen schaltet man nicht per Memo frei, das muss von unten getragen sein.
Warum das zählt
Bain setzt ausdrücklich nicht nur auf Anthropic. Die Beratung will über mehrere KI-Ökosysteme hinweg arbeiten - eine kluge Absicherung. Aber dass ausgerechnet die “Global Premier”-Marke an Claude geht und die interne Vollausrollung dahintersteht, ist ein starkes Signal an alle Konzerne, die noch zögern.
Für Anthropic sind solche Partner der Vertriebskanal in die großen Häuser. Ein Modell zu bauen ist das eine. In 40 Ländern bei den Global 500 zu landen, schafft man nicht allein - dafür braucht es genau die Berater, die dort ohnehin am Tisch sitzen.
Quellen: