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Sammelklage gegen Anthropic: Liefert Claude Max wirklich 20x?

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Ein Kläger aus Washington wirft Anthropic vor, die Nutzungslimits von Claude Max massiv zu beschönigen. Der 200-Dollar-Tarif liefere nicht das versprochene Zwanzigfache von Pro — sondern eher das Sechs- bis Achtfache. Pikant: Die Klage trifft mitten in die Ausfall-Serie.

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Am 14. Juni wurde in Kalifornien eine mögliche Sammelklage gegen Anthropic eingereicht. Der Kläger, Karl Kahn aus Washington D.C., wirft dem Unternehmen vor, mit dem Marketing rund um Claude Max in die Irre zu führen — konkret: Käufer bekämen deutlich weniger Nutzung, als versprochen wird.

Der Vorwurf in Zahlen

Laut Klageschrift liefert der Max-20x-Tarif für 200 Dollar im Monat nur das Sechs- bis Achtfache der Pro-Stufe — nicht das beworbene Zwanzigfache. Beim Max-5x-Tarif für 100 Dollar seien es statt fünf nur rund dreieinhalb Mal so viel wie Pro. Zusätzlich wirft Kahn Anthropic vor, mit einer angeblichen «50 Prozent Ersparnis» beim 200-Dollar-Tarif zu locken, die so nicht stimme.

Kahns eigene Geschichte

Kahn hatte im Juni 2025 mit Claude Pro angefangen, im Januar auf Max 5x aufgestockt und im April auf Max 20x gewechselt — wegen intensiver Programmierarbeit. Schnell rannte er in seine Wochenlimits. In einem Fall verbrauchte eine einzige fünfstündige Coding-Session 15 Prozent seines gesamten Wochenkontingents. Sein juristisches Team argumentiert, die Kombination aus rollierenden Fünf-Stunden-Fenstern und einem separaten Wochenlimit mache es für normale Abonnenten praktisch unmöglich vorherzusagen, wann die Wand kommt. Die Klage stützt sich auf Kaliforniens Verbraucherschutz- und Werberecht.

Meine Einordnung

Diese Klage trifft einen Nerv — und ein Timing-Problem. Sie landet mitten in einer Phase, in der Anthropic ohnehin mit Ausfällen kämpft und gerade die «Subvention» für Agenten-Nutzung beendet hat, also auf ein Kreditmodell umstellt. Beide Themen wurzeln im selben Boden: Ein Abo-Modell und eine Infrastruktur, die für das heutige Nutzungsverhalten — vor allem agentisches Coding — nicht gebaut wurden.

Ob die «20x»-Angabe rechtlich als Versprechen oder als grobe Orientierung durchgeht, müssen Gerichte klären. Aber das eigentliche Problem ist Verständlichkeit: Wenn selbst ein technisch versierter Power-User nicht vorhersagen kann, wann sein Limit greift, läuft mit der Kommunikation etwas schief. Transparente, nachvollziehbare Limits wären das beste Mittel gegen solche Klagen — und gegen Frust. Anthropic wollte sich nicht äußern.

Quellen: Tech Times, Engadget, Dataconomy