Am 19. August hat Anthropic auf dem Claude Developer Platform einen Schwung Neuerungen ausgerollt. Der Kern: Drei Funktionen, die vorher einen Beta-Header brauchten, sind jetzt fest im Angebot.
Drei Betas werden erwachsen
Die Files API ist generell verfügbar. Du brauchst den files-api-Header nicht mehr, weder beim Hochladen noch wenn eine Nachricht auf eine Datei verweist. Neu im GA-Format: Dateien können mit einem Ablaufdatum hochgeladen werden (expires_in_seconds), und beim Auflisten gibt es Paginierung plus einen Filter über IDs. Der Speicher liegt bei 1 TB pro Organisation, das Limit bei 500 Anfragen pro Minute.
Auch die Agent Skills samt Skills API sind jetzt GA. Der skills-2025-10-02-Header entfällt, auch bei Nachrichten, die Skills über den container-Parameter laden. Wer schon mit dem Header gebaut hat, muss nichts ändern – die alten Aufrufe laufen weiter.
Und die Admin API zur Nutzerverwaltung für Claude-Enterprise-Organisationen ist ebenfalls durch. Mitglieder, Einladungen, Gruppen, eigene Rollen – all das lässt sich jetzt ohne den Enterprise-Beta-Header verwalten.
Neue Stellschrauben für Managed Agents
Bei den Managed Agents kannst du jetzt begrenzen, welche Seiten die Tools web_search und web_fetch überhaupt erreichen dürfen. Über allowed_domains oder blocked_domains sperrst oder erlaubst du gezielt. Dazu nimmt web_fetch ein Token-Limit pro Seite an, web_search einen Standort.
Sessions, die in einer selbst gehosteten Sandbox laufen, können außerdem Memory-Stores einhängen. Der Worker lädt jeden Store an seinen Mount-Pfad und schreibt die Änderungen des Agents zurück.
Frisch aufgeräumt: der Session-Viewer
Der Session-Viewer in der Claude Console wurde neu gebaut. Es gibt jetzt eine Timeline-Minimap, ein nach Modell-Request gruppiertes Transkript und ein Inspector-Panel mit Details zu Kosten, Roh-Events, Statistiken pro Tool und Aktivität pro Thread.
Meine Einordnung
„Wird GA” klingt unspektakulär, ist es aber nicht. Ein Beta-Header bedeutet immer: kann sich noch ändern, würde ich noch nicht in die Produktion nehmen. Fällt er weg, ändert sich für viele Teams die Rechnung. Files, Skills und Nutzerverwaltung sind genau die Bausteine, auf denen man ernsthafte Anwendungen baut. Dass sie jetzt stabil sind, ist das eigentliche Signal hinter dem Release.
Quellen: