Anthropic hat Claude Code heute um ein Feature erweitert, das den Plan-Modus radikal umbaut: Ultraplan verschiebt die komplette Planungsphase in eine Cloud-Session, während das lokale Terminal weiter benutzbar bleibt. Gestartet wird das Ganze mit dem neuen Slash-Command /ultraplan — und wer einmal in einem 20-Minuten-Plan festhing, während man nichts anderes im Projekt machen konnte, weiß sofort, warum das wichtig ist.
Was Ultraplan macht
Statt den Plan-Modus lokal laufen zu lassen, übergibt Claude Code die Planungsaufgabe an eine dedizierte Cloud-Session in Anthropics Cloud Container Runtime (CCR). Dort arbeitet Opus 4.6 mit bis zu 30 Minuten reservierter Compute-Zeit am Plan — inklusive Zugriff auf dein Repository über einen cloud-synchronisierten Snapshot. Dein lokales Terminal pollt alle drei Sekunden den Status und bleibt ansonsten komplett frei. Du kannst also weiter tippen, debuggen, neue Branches bauen, während im Hintergrund der Deep Plan entsteht.
Laut Anthropic laufen Planungs-Sessions in der Cloud etwa doppelt so schnell wie im lokalen Modus. Dazu gibt’s Features, die im Terminal schlicht nicht möglich waren: Inline-Kommentare an einzelnen Plan-Schritten, ASCII- und Mermaid-Diagramme direkt im Plan, und die Möglichkeit, mehrere Pläne parallel zu verwalten.
Plan erst in der Cloud, Ausführung, wo du willst
Der eigentliche Clou ist der Übergang: Wenn der Plan fertig ist, kann man ihn entweder direkt in der Cloud ausführen lassen — oder ihn zurück ins lokale Terminal ‘teleportieren’ und dort Schritt für Schritt abarbeiten. Das erlaubt eine Arbeitsweise, die vorher ziemlich umständlich war: Planung an einem großen Refactoring starten, parallel an kleineren Tasks weiterarbeiten, später den fertigen Plan in Ruhe prüfen und lokal ausführen.
Wer Claude Code bisher nur als CLI-Assistenten genutzt hat, merkt hier ganz deutlich, wohin Anthropic will: Claude Code als verteiltes System, bei dem lokale und Cloud-Sessions nahtlos ineinandergreifen. Das passt zum Muster der letzten Monate — erst Claude Code on the web, dann das Dispatch-Feature für Smartphone-Delegation, jetzt Ultraplan für Cloud-Planning.
Voraussetzungen und Einschränkungen
Ultraplan ist aktuell ein Research Preview und setzt einen aktiven Claude Code-Account (Pro, Max, Team oder Enterprise) voraus. Dazu braucht es ein GitHub-Repository, das mit Claude Code on the web verbunden ist — ohne Repo-Anbindung kein Cloud-Snapshot, ohne Snapshot kein Ultraplan. Für isolierte lokale Projekte ohne Remote bleibt der klassische Plan-Modus die einzige Option.
Die 30-Minuten-Grenze pro Session ist großzügig, reicht aber bei wirklich großen Architektur-Plänen möglicherweise nicht. Und wie bei jedem Research Preview gilt: Feedback ist explizit erwünscht, Änderungen am Verhalten können jederzeit kommen.
Einordnung
Ultraplan ist ein weiterer Schritt weg vom klassischen ‘Claude ist ein Chat im Terminal’-Bild und hin zu einem echten verteilten Entwickler-Setup. Wer viel mit /plan arbeitet, wird den Unterschied sofort spüren — keine toten Wartezeiten mehr, bei denen man untätig auf die Plan-Generierung starrt. Und wer bisher skeptisch war, ob Cloud-Sessions in einer lokalen Entwickler-Workflow überhaupt sinnvoll sind, bekommt mit Ultraplan ein sehr konkretes Argument dafür geliefert.
Quellen: