Wenn du Claude Code nutzt und dich am Wochenende gewundert hast, warum plötzlich nichts mehr funktioniert — du bist nicht allein. Anthropic hat am 23. und 24. April zwei Patch-Releases in 24 Stunden rausgehauen, und beide haben mehr kaputt gemacht als repariert.
Was passiert ist
Version 2.1.119 brachte eigentlich nützliche Features: Persistente Config-Einstellungen, GitLab- und Bitbucket-Support für --from-pr, und PowerShell-Auto-Approval. Klingt gut. Das Problem: Einen Tag später kam 2.1.120 hinterher — und zusammen haben die beiden Releases acht dokumentierte Regressionen eingeführt.
Die Liste der Probleme
Die Community hat auf GitHub eine ‘Survival Checklist’ erstellt, die es in sich hat:
- Resume/Continue crasht:
claude --resumeundclaude --continuestürzen beim Start mit einem JavaScript-Fehler ab (‘g9H is not a function’). Wer seine Sitzungen fortsetzen wollte, war aufgeschmissen. - CLAUDE.md wird ignoriert: Die Projektkonventionen, Tool-Inventare und Design-Policies — alles unsichtbar. Eine der meistgenutzten Funktionen, einfach still kaputt.
- Sandbox-Fehler: Auf macOS weigert sich 2.1.120, eine fortgesetzte Sitzung zu starten, mit der Meldung ‘sandbox required but unavailable’.
- MCP-Konnektoren verloren: Web-Sessions haben ihre claude.ai MCP-Konnektoren verloren.
- UI-Duplizierung: Der gleiche Text erscheint an zwei Positionen gleichzeitig.
- WSL2-Freeze:
/mcpfriert unter Windows Subsystem for Linux komplett ein. - Auto-Update-Break: Das automatische Update selbst war fehlerhaft.
- VS Code Timing-Problem: Die VS-Code-Extension wurde vor dem CLI veröffentlicht.
Die Community reagiert
Die Empfehlung der Community ist klar: Rollback auf Version 2.1.117. Das war die letzte stabile Version nach dem Quality-Fix vom 20. April. Anthropic hat zumindest den Auto-Updater angepasst, sodass betroffene Clients von 2.1.120 automatisch auf 2.1.119 zurückgesetzt werden.
Kontext: Die Quality-Saga geht weiter
Das Timing ist besonders unglücklich. Erst am 23. April hatte Anthropic ein ausführliches Postmortem veröffentlicht, das drei separate Qualitätsprobleme in Claude Code eingestand — darunter ein Reasoning-Effort-Bug und ein Cache-Problem, die seit Anfang März für Frust gesorgt hatten. Die Botschaft war: ‘Wir haben es verstanden, es ist gefixt.’ Und dann kommen zwei Tage später acht neue Bugs.
Ich will hier fair sein: Schnelle Release-Zyklen bedeuten, dass manchmal was schiefgeht. Aber die Häufung in den letzten Wochen zeigt, dass die Qualitätssicherung bei Claude Code noch Luft nach oben hat. Gerade für ein Tool, dem Entwickler ihren Code anvertrauen, ist Stabilität kein Nice-to-have.
Quellen: