Kein grosses Modell, kein Feature-Feuerwerk — aber wer auf dem Claude Developer Platform mit Managed Agents und deren Gedaechtnis arbeitet, sollte heute genau hinschauen. Anthropic hat den Beta-Header agent-memory-2026-07-22 eingeführt und damit das Verhalten der Memory-Endpunkte spürbar aufgeraeumt.
Was sich aendert
Betroffen ist vor allem das Auflisten von Erinnerungen (GET /v1/memory_stores/{id}/memories). Konkret:
- Stabile Sortierung: Ergebnisse kommen jetzt in einer festen, serverdefinierten Reihenfolge. Die Parameter
order_byundorderwerden ignoriert. - Klareres
depth: Erlaubt sind nur noch0,1oder das Weglassen des Werts. Alles andere gibt einen400-Fehler zurück. - Praeziseres
path_prefix: Der Praefix muss auf/enden und trifft jetzt ganze Pfadsegmente statt beliebiger Teilzeichenketten.
Für die Umstellung wichtig: Seiten-Cursor, die ohne den neuen Header ausgestellt wurden, sind mit ihm nicht mehr gültig — hier muss man von der ersten Seite neu starten. Auf den Memory-Store-Endpunkten ersetzt agent-memory-2026-07-22 den alten managed-agents-2026-04-01; wer beide gleichzeitig sendet, bekommt einen 400.
SDKs ziehen automatisch mit
Acht offizielle SDKs senden den neuen Header ab sofort bei allen Memory-Store-Aufrufen: Python 0.116.0, TypeScript 0.110.0, Go 1.56.0, Java 2.48.0, Ruby 1.55.0, PHP 0.36.0, C# 12.35.0 und die CLI 1.16.0. Wer aktualisiert, bekommt das neue Verhalten also, ohne selbst am Header schrauben zu müssen.
Meine Einordnung
Solche Updates sind unspektakulaer, aber genau das ist der Punkt: Agenten-Gedaechtnis wird erwachsen. Eine stabile, vorhersehbare Sortierung und strenge Regeln für depth und path_prefix klingen nach Kleinkram — sind aber genau die Dinge, an denen produktive Agenten-Systeme sonst leise scheitern. Anthropic schnürt die API enger, damit das Verhalten reproduzierbar bleibt. Wer Managed Agents im Einsatz hat, sollte die Migrationshinweise ernst nehmen, sonst gibt es unerwartete 400er.
Quellen: