Cerebras Systems hat am 17. April seinen S-1-Antrag bei der SEC eingereicht — der KI-Chip-Hersteller will an die Nasdaq. Und die Zahlen, die im Prospekt stehen, sind ziemlich beeindruckend.
Vom Verlust zum Gewinn
2024 noch mit 485 Millionen Dollar Verlust, hat Cerebras 2025 einen Nettogewinn von 87,9 Millionen Dollar eingefahren. Der Umsatz stieg um 76 Prozent auf 510 Millionen Dollar. Das ist eine bemerkenswerte Wende für ein Unternehmen, das noch vor einem Jahr seinen ersten IPO-Versuch zurückziehen musste.
Das Wafer-Scale-Konzept
Was Cerebras besonders macht: Die Firma baut Chips, die einen kompletten Wafer einnehmen — den WSE-3 (Wafer Scale Engine). Statt hunderte kleine Chips aus einem Wafer zu schneiden, nutzt Cerebras die gesamte Fläche für einen einzigen, riesigen Prozessor. Das bringt theoretisch massive Vorteile beim KI-Training und bei der Inferenz.
Der OpenAI-Deal
Der eigentliche Hammer im S-1: Cerebras hat einen Mehrjahresvertrag mit OpenAI im Wert von über 20 Milliarden Dollar, um 750 Megawatt an Rechenkapazität bis 2028 zu liefern. Dazu hat OpenAI dem Unternehmen einen separaten Kredit über 1 Milliarde Dollar gewährt. Das zeigt: Selbst OpenAI diversifiziert weg von der reinen Nvidia-Abhängigkeit.
Bewertung und Zeitplan
Der Börsengang soll Cerebras mit 22 bis 25 Milliarden Dollar bewerten, basierend auf der Serie-H-Bewertung von 23 Milliarden aus dem Februar 2026. Rund 2 Milliarden Dollar sollen eingenommen werden. Das Listing wird für Mai 2026 angepeilt.
Warum das für die KI-Branche wichtig ist
Wir erleben gerade eine IPO-Welle im KI-Bereich. Cerebras, Anthropic und OpenAI — sie alle bereiten sich auf den Gang an die Börse vor. Das ist ein Zeichen dafür, dass die KI-Branche aus der reinen Startup-Phase herauswächst. Und für den Chip-Markt bedeutet es: Nvidia bekommt endlich ernsthafte Konkurrenz.
Die große Frage bleibt: Kann Cerebras seinen Wafer-Scale-Ansatz über einzelne Großkunden hinaus skalieren? Der OpenAI-Deal ist ein starkes Signal, aber ein Unternehmen, das einen Großteil seines Umsatzes von einem einzigen Kunden bezieht, hat ein offensichtliches Risiko.
Quellen: