Simon Willison hatte am 7. September ein Problem, das viele kennen: ein Demo-Video mit dem Handy aufgenommen, zu groß zum Veröffentlichen. Der übliche Weg wäre ein Online-Konverter gewesen. Er hat stattdessen Claude Fable 5.1 in Claude Code for web gebeten, ihm ein eigenes Werkzeug zu bauen.
Was dabei herauskam
Ein Videokompressor, der komplett im Browser läuft. FFmpeg als WebAssembly, keine Datei verlässt den Rechner. Das Tool erzeugt fünf Varianten in einem Durchlauf, von «Largest» bis «Smallest», und legt sie nach Dateigröße sortiert nebeneinander.
Die Presets unterscheiden sich in Auflösung (854×370 oder 640×276), CRF-Wert (22 bis 28) und Audio-Bitrate (128 bis 64 kbps). Dazu kommen Schalter für Encoder-Geschwindigkeit, H.264-Profil, Framerate-Begrenzung, das Entfernen von Metadaten und das komplette Weglassen der Tonspur. Zu jeder erzeugten Version zeigt das Tool die FFmpeg-Kommandozeile an, mit der sie entstanden ist.
Zu finden ist das Ganze unter tools.simonwillison.net/video-compressor.
Warum das mehr ist als ein Link
Der interessante Teil ist nicht der Kompressor. Es ist die Entscheidung davor. Willison stand vor der Wahl zwischen «Datei bei einem fremden Dienst hochladen» und «mir das Werkzeug selbst bauen lassen», und die zweite Option war offenbar nicht die aufwendigere.
Das verschiebt etwas. Kleine Werkzeuge, die man ein- oder zweimal braucht, waren bisher immer eine Rechnung: Aufwand gegen Nutzen. Wenn der Aufwand auf einen Prompt schrumpft, gewinnt die Eigenbau-Variante fast immer – und man bekommt nebenbei Dinge, die Web-Konverter selten liefern. Die Daten bleiben lokal. Die FFmpeg-Zeile steht daneben, man kann sie kopieren und beim nächsten Mal im Terminal nutzen.
Genau die Sorte Fingerübung, die ich mir für den Feierabend merke. Nicht wegen des Videos. Wegen der Frage, welche Dienste ich eigentlich noch benutze, obwohl ich sie nicht mehr bräuchte.
Quellen: Simon Willison: Video compressor, tools.simonwillison.net/video-compressor