Der wohl längste und dramatischste Streit der KI-Branche könnte bald ein Ende haben. Am 21. April hat Donald Trump gegenüber CNBC erklärt, dass ein Deal zwischen Anthropic und dem Pentagon ‘möglich’ sei. Seine Worte: ‘Sie kamen vor ein paar Tagen ins Weiße Haus, und wir hatten sehr gute Gespräche. Ich denke, sie entwickeln sich gut.‘
Die Vorgeschichte in Kurzform
Zur Erinnerung: Anthropic hatte im Juli 2025 einen 200-Millionen-Dollar-Vertrag mit dem Pentagon unterschrieben. Als es an die konkrete Umsetzung ging — Claude auf der GenAI.mil-Plattform — scheiterten die Verhandlungen. Der Knackpunkt: Das Verteidigungsministerium wollte uneingeschränkten Zugang zu Claudes Fähigkeiten. Anthropic bestand darauf, dass die Technologie nicht für vollautonome Waffen oder Massenüberwachung von US-Bürgern eingesetzt wird.
Was folgte, war eine Eskalation in mehreren Akten: Das Pentagon stufte Anthropic als Lieferkettenrisiko ein, Trump ordnete per Social-Media-Post an, Anthropics Technologie aus der Regierung zu verbannen, und Anthropic klagte erfolgreich dagegen vor einem Bundesgericht in Kalifornien.
Die Wende
Letzte Woche traf sich Anthropic-CEO Dario Amodei mit ranghohen Regierungsvertretern im Weißen Haus — darunter Stabschefin Susie Wiles und Finanzminister Scott Bessent. Ein Sprecher des Weißen Hauses bezeichnete das Treffen als ‘produktiv und konstruktiv’. Es ging vor allem um Anthropics mächtigstes Modell Mythos und dessen möglichen Einsatz in der nationalen Sicherheit.
Trump selbst zeigte sich nun versöhnlich. Bloomberg berichtet, er habe gesagt, die USA würden ‘gut mit Anthropic auskommen’. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Regierung Anthropic bereits durch OpenAI ersetzt habe.
Was das bedeutet
Ein formeller Deal ist noch nicht besiegelt. Die Berufungsverhandlung vor dem DC Circuit Court läuft weiter, und die Bedingungen müssten erst ausgehandelt werden. Aber Trumps öffentliches Signal ist bemerkenswert: Es deutet darauf hin, dass die Regierung Anthropics Position — KI ja, aber mit ethischen Leitplanken — zumindest teilweise akzeptieren könnte.
Für Anthropic wäre das eine enorme Erleichterung. Nicht nur finanziell, sondern auch für den geplanten Börsengang im Herbst, der durch den Pentagon-Streit belastet wurde.
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