Das ging schnell: SpaceX hat sich eine Option gesichert, den KI-Code-Editor Cursor für 60 Milliarden Dollar zu übernehmen. Alternativ zahlt SpaceX 10 Milliarden Dollar für die gemeinsame Arbeit — eine Art Abstandszahlung, falls der Deal nicht zustande kommt. Bloomberg, CNBC und TechCrunch bestätigten die Vereinbarung am 21. April unabhängig voneinander.
Warum SpaceX einen Code-Editor kaufen will
Auf den ersten Blick ergibt die Kombination wenig Sinn: Raketen und Code-Editoren? Aber der Hintergrund erklärt einiges. xAI, Musks KI-Unternehmen, vermietet bereits Rechenleistung seines Colossus-Supercomputers an Cursor — das Äquivalent von einer Million Nvidia H100 Chips. Zwei Senior-Ingenieure von Cursor sind kürzlich zu xAI gewechselt.
Das Problem: Weder Cursor noch xAI haben eigene Modelle, die mit den führenden Angeboten von Anthropic und OpenAI mithalten können. Cursor läuft aktuell primär auf Claude und GPT — ein Arrangement, das durch eine Übernahme grundlegend verändert werden könnte.
Von 2,5 auf 60 Milliarden in 15 Monaten
Die Bewertungsentwicklung von Cursor ist atemberaubend: Im Januar 2025 lag sie bei 2,5 Milliarden Dollar. Im Mai bei 9 Milliarden. Im November schloss eine Series D mit 29,3 Milliarden ab. Jetzt steht eine neue Runde über 2 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 50 Milliarden an — angeführt von Thrive und Andreessen Horowitz.
Die Zahlen dahinter: Cursor erreichte im Februar 2026 einen annualisierten Umsatz von 2 Milliarden Dollar und prognostiziert 6 Milliarden bis Jahresende.
Warum nicht sofort kaufen?
SpaceX steht kurz vor einem eigenen IPO. Eine Übernahme dieser Größenordnung würde die Börsenunterlagen verkomplizieren und den Zeitplan gefährden. Deshalb die Option statt eines direkten Kaufs.
Was das für den AI-Coding-Markt bedeutet
Ein SpaceX-Cursor-Deal würde die Karten im KI-Coding-Markt neu mischen. Cursor ist neben Claude Code und GitHub Copilot einer der drei dominanten KI-Code-Assistenten. Eine Integration in das xAI-Ökosystem könnte bedeuten, dass Cursor perspektivisch auf Grok-Modelle statt auf Claude und GPT setzt — ein Verlust für Anthropic und OpenAI, ein Gewinn für Musks KI-Ambitionen.
Die Frage, die sich stellt: Wird Cursor unter Musk besser — oder verliert es genau die Modell-Qualität, die es groß gemacht hat?
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