Das ist eine Nachricht, die sitzt: Noam Shazeer, Googles VP of Engineering und einer der beiden Köpfe hinter Gemini, verlässt das Unternehmen — und geht ausgerechnet zu OpenAI.
Wer ist Shazeer?
Shazeer ist nicht irgendjemand. Er ist Co-Autor des legendären “Attention Is All You Need”-Papers von 2017, das die Transformer-Architektur einführte — also die Grundlage für praktisch jedes große Sprachmodell, das du heute nutzt. Claude, GPT, Gemini — alle basieren auf seiner Arbeit.
2021 verließ er Google, weil das Unternehmen seinen Chatbot-Ansatz nicht aggressiv genug verfolgte. Zusammen mit Daniel De Freitas gründete er Character.AI. Im August 2024 holte Google beide zurück — im Rahmen eines Deals, der Character.AI de facto ausblutete.
Weniger als zwei Jahre, dann wieder weg
Nicht mal zwei Jahre nach seiner Rückkehr ist Shazeer also schon wieder draußen. “I’m excited to share that I’ll be joining OpenAI,” schrieb er auf X. Mehr Details hat er nicht verraten.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. OpenAI hat gerade vertraulich seinen IPO-Antrag bei der SEC eingereicht. Shazeer an Bord zu haben, ist ein enormes Signal an Investoren. Der Mann hat buchstäblich die Architektur miterfunden, auf der die gesamte Branche aufbaut.
Der Talentkrieg wird persönlich
Für Google ist das ein Schlag. Shazeer war einer der wichtigsten technischen Köpfe hinter Gemini. Sein Abgang reiht sich ein in einen Trend: Die besten KI-Forscher wechseln zwischen den großen drei — Anthropic, OpenAI, Google — hin und her, als wäre es ein Karussell.
Erst vor einem Monat ging Andrej Karpathy (ebenfalls OpenAI-Mitgründer) zu Anthropic. Jetzt holt OpenAI Googles Transformer-Legende. Man könnte sagen: Der Talentmarkt für Frontier-KI-Forscher ist gerade das kompetitivste Spielfeld der Techbranche.
Was das für uns bedeutet
Kurzfristig: wenig. Gemini wird nicht über Nacht schlechter, und OpenAI wird nicht über Nacht besser. Aber langfristig zählt, wer die besten Leute hat. Und OpenAI hat gerade einen der einflussreichsten KI-Forscher der Welt gewonnen.
Die Frage ist: Was bietet OpenAI, das Google nicht bieten konnte? Shazeer hatte bei Google praktisch unbegrenzte Ressourcen und die Co-Leitung von Gemini. Dass das nicht reichte, sagt viel über die internen Dynamiken bei Google — und über die Anziehungskraft, die OpenAI gerade ausstrahlt.
Quellen: