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Pentagon war 'fast einig' mit Anthropic - eine Woche bevor Trump alles platzen liess

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Neue Gerichtsdokumente zeigen: Das Pentagon und Anthropic waren kurz vor einer Einigung. Dann erklärte Trump das Verhältnis für beendet. Morgen entscheidet ein Gericht.

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Die Geschichte um Anthropic und das Pentagon nimmt eine neue Wendung — und sie ist absurder, als man denken würde.

‘Sehr nah dran’

Neue Gerichtsdokumente, die am 20. März eingereicht wurden, zeigen ein bemerkenswertes Detail: Am 4. März — einen Tag nachdem das Pentagon Anthropic offiziell als ‘Lieferkettenrisiko’ eingestuft hatte — schrieb Unterstaatssekretär Michael eine E-Mail an Dario Amodei. Inhalt: Die beiden Seiten seien bei den strittigen Punkten ‘sehr nah beieinander’.

Lass dir das auf der Zunge zergehen. Das Pentagon erklärt Anthropic zum Sicherheitsrisiko. Und am nächsten Tag schreibt ein hoher Beamter, man sei eigentlich fast einig gewesen.

Die zwei roten Linien

Worum ging es in den Verhandlungen? Anthropic hatte zwei Bedingungen gestellt: Claude darf nicht für die Massenüberwachung amerikanischer Bürger eingesetzt werden. Und Claude darf nicht in vollautonomen Waffensystemen zum Einsatz kommen. Zwei Forderungen, die — wenn man ehrlich ist — ziemlich vernünftig klingen.

Das Pentagon sah das anders. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte Anthropic zum Lieferkettenrisiko. Alle Bundesbehörden und Auftragnehmer haben 180 Tage, um Anthropics Produkte aus ihren Systemen zu entfernen.

Die Gegenargumente

In zwei eidesstattlichen Erklärungen widersprachen Sarah Heck, Anthropics Policy-Chefin, und Thiyagu Ramasamy, Leiter des öffentlichen Sektors, den Behauptungen der Regierung. Ihr Hauptargument: Die Vorwürfe basieren auf technischen Missverständnissen und Punkte, die während der monatelangen Verhandlungen nie zur Sprache kamen.

Unterstützung kommt von unerwarteter Seite: Microsoft hat sich in einem Amicus Brief hinter Anthropic gestellt. Auch pensionierte Militärführer und — wie wir letzte Woche berichtet haben — katholische Ethiker haben sich auf Anthropics Seite geschlagen.

Morgen wird es ernst

Am 24. März — also morgen — findet die Anhörung vor Richterin Rita Lin in San Francisco statt. Es geht um Anthropics Antrag auf eine einstweilige Verfügung. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen haben — nicht nur für Anthropic, sondern für die gesamte Frage, wie KI im Militärbereich eingesetzt werden darf.

Meine Einschätzung: Die neuen Dokumente schwächen die Position des Pentagon erheblich. Wenn man fast einig war und dann aus politischen Gründen alles platzen lässt — das ist schwer zu verkaufen, auch vor Gericht.


Quellen: