In der Tech-Branche ist Solidarität unter Konkurrenten selten. Was am Montag passiert ist, macht deshalb Schlagzeilen: 37 Ingenieure, Forscher und Wissenschaftler von OpenAI und Google DeepMind haben einen Amicus Brief eingereicht, der Anthropics Klage gegen die Pentagon-Einstufung unterstützt.
Wer unterschrieben hat
Unter den Unterzeichnern ist Jeff Dean — Chief Scientist von Google und eine der einflussreichsten Figuren der KI-Forschung. Der Brief identifiziert die Unterzeichner als ‘engineers, researchers, scientists, and other professionals’ bei Google und OpenAI.
Das ist bemerkenswert, weil es nicht um Unternehmens-Statements geht. Letzte Woche hatte bereits die Tech-Lobby ITI einen Brief an Hegseth geschickt — im Namen von Nvidia, Amazon und Apple. Diesmal sind es Einzelpersonen, die persönlich Stellung beziehen.
Was im Brief steht
Die zentrale Aussage: Die Einstufung von Anthropic als ‘Supply Chain Risk’ sei ein unangemessener und willkürlicher Machtmissbrauch mit ernsthaften Konsequenzen für die gesamte Branche.
Der Brief argumentiert, dass die Maßnahme einen abschreckenden Effekt auf alle KI-Unternehmen haben könnte, die ethische Leitlinien verteidigen wollen. Wenn ein Unternehmen bestraft wird, weil es rote Linien zieht, werden andere sich zweimal überlegen, ob sie dasselbe tun.
Warum das wichtig ist
Die Tatsache, dass Mitarbeiter von OpenAI — dem Unternehmen, das den Pentagon-Deal bekommen hat, den Anthropic ablehnte — öffentlich für den Konkurrenten eintreten, ist bemerkenswert. Es zeigt, dass die Frage der KI-Sicherheit im Militärbereich nicht an Unternehmensgrenzen endet.
Einordnung
Ich finde das ein starkes Zeichen. In einer Branche, die normalerweise von Konkurrenzdenken geprägt ist, stellen sich Einzelpersonen hin und sagen: Hier geht es um etwas Größeres. Ob das am Ende juristisch etwas bewirkt, ist eine andere Frage. Aber symbolisch ist es enorm.
Quellen: