Sam Altman hat einen Plan: OpenAI soll 5 Prozent seiner Anteile an einen US-amerikanischen Staatsfonds abgeben. Das berichtete die Financial Times am 2. Juli. Bei OpenAIs aktueller Bewertung von 852 Milliarden Dollar wäre das ein Paket von rund 42,6 Milliarden.
Die Idee dahinter
Altman argumentiert, dass der Reichtum aus KI mit der Öffentlichkeit geteilt werden sollte. Ein staatlicher Fonds könnte die Erträge direkt an Bürger ausschütten — unabhängig von Vermögen oder Zugang zu Kapital. OpenAI hatte die Idee bereits in einem Policy-Paper im April skizziert: ‘Industrial Policy for the Intelligence Age’.
Nicht nur OpenAI
Der Vorschlag sieht vor, dass auch andere KI-Firmen ähnliche Anteile abgeben — Anthropic, Google und Meta werden als mögliche Teilnehmer genannt. Das Ganze soll über ein Sovereign-Wealth-Fund-Vehikel laufen, ähnlich wie es Norwegen mit seinen Öl-Einnahmen macht.
Die politische Dimension
Trump hatte bereits im Juni bestätigt, mit Altman über ‘Konzepte’ gesprochen zu haben, bei denen ‘die amerikanische Öffentlichkeit Partner der Unternehmen wird’. Aber: Eine formale Umsetzung würde wahrscheinlich eine Zustimmung des Kongresses brauchen. Senator Bernie Sanders hat parallel einen deutlich aggressiveren Vorschlag eingebracht — eine einmalige 50-Prozent-Steuer auf KI-Firmen-Aktien.
Meine Einordnung
Die Idee klingt erstmal großzügig. Aber sie ist auch strategisch clever: OpenAI kauft sich damit politisches Wohlwollen in Washington. Und 5 Prozent ist für Altman verschmerzbar, wenn im Gegenzug regulatorischer Druck nachlässt. Ob andere KI-Firmen freiwillig mitmachen, ist eine ganz andere Frage. Anthropic hat sich bisher nicht geäußert. Und die Wahrscheinlichkeit, dass der Kongress schnell ein passendes Gesetz verabschiedet, ist — sagen wir — überschaubar.
Quellen: