Das ging schnell. Kaum hatte OpenAI am Sonntag seinen Microsoft-Deal umstrukturiert und die Cloud-Exklusivität gelockert, stand Amazon am Montag schon mit einer Partnerschaft bereit. GPT-5.5, Codex und ein neuer Managed-Agents-Service kommen jetzt auch auf Amazon Bedrock.
Was genau kommt auf AWS?
Drei Bausteine, alle in der Limited Preview:
OpenAI-Modelle auf Bedrock: GPT-5.5 und GPT-4 werden direkt über Amazon Bedrock verfügbar. Enterprise-Kunden können OpenAI-Modelle damit in ihren bestehenden AWS-Umgebungen nutzen, ohne eine separate Infrastruktur aufzubauen.
Codex auf Amazon Bedrock: OpenAIs Coding-Agent läuft jetzt auch in AWS-Umgebungen. Authentifizierung über AWS-Credentials, Inferenz über Bedrock-Infrastruktur. Für Teams, die bereits tief in AWS stecken, ist das ein deutlich niedrigerer Einstieg als der Weg über Azure.
Amazon Bedrock Managed Agents: Ein neuer Service, der es ermöglicht, komplexe Agenten mit Gedächtnis aufzubauen — powered by OpenAI. Das ist die interessanteste Komponente, weil es OpenAIs Modelle mit Amazons Infrastruktur-Stärke kombiniert.
Der strategische Kontext
Die Chronologie ist entscheidend: Am Sonntag verkündet Microsoft, dass OpenAI-Produkte ‘zuerst auf Azure’ erscheinen — aber nicht mehr exklusiv. Einen Tag später steht Amazon bereit. Das war offensichtlich kein Zufall, sondern lange vorbereitet.
Microsoft bleibt primärer Cloud-Partner. Die IP-Lizenz läuft bis 2032, die Revenue-Share-Zahlungen bis 2030. Aber die Tür für andere Cloud-Anbieter ist jetzt offen — und Amazon ist als Erster hindurchgegangen.
Einordnung
Für Enterprise-Kunden ist das eine gute Nachricht: Mehr Auswahl, weniger Vendor-Lock-in. Für die Cloud-Anbieter beginnt ein neues Spiel um die besten KI-Modelle. Und für Anthropic? Die haben jetzt nicht mehr nur Google und AWS als Cloud-Heimat, sondern müssen sich dort den Platz mit OpenAI teilen.
Die Multi-Cloud-Ära der Foundation Models hat offiziell begonnen.
Quellen: