Nvidia hat gestern Abend auf der GTC 2026 in San Jose geliefert — und wenn du dachtest, Blackwell war schon groß, dann schnall dich an. Jensen Huang hat die Vera-Rubin-Plattform vorgestellt, und die Zahlen klingen wie Science-Fiction.
Vera Rubin: Sieben Chips, eine Plattform
Die Vera-Rubin-Plattform besteht aus sieben Chips, fünf Rack-Systemen und einem Supercomputer. Im Zentrum stehen die neue Vera CPU und die BlueField-4 STX Storage-Architektur. Laut Nvidia liefert die Plattform 10x mehr Inferenz-Durchsatz pro Watt als die Blackwell-Generation — und ein Zehntel der Kosten pro Token.
Huang erwartet Bestellungen im Wert von einer Billion Dollar für Blackwell und Vera Rubin zusammen bis 2027. Eine Billion. Das muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen.
DLSS 5, DGX Station und ein Desktop-Supercomputer
Neben der großen Chip-Offensive gab es einige bemerkenswerte Ankündigungen: DLSS 5 bringt fotorealatisches 4K-Rendering in Echtzeit auf lokale Hardware. Die neue DGX Station ist ein Schreibtisch-Supercomputer mit 748 GB kohärentem Speicher und 20 Petaflops KI-Leistung. Und die RTX PRO 4500 Blackwell Server Edition liefert 100x mehr Performance für Vision AI.
Feynman: Der nächste Schritt nach Vera Rubin
Huang hat auch schon die übernächste Generation angeteasert: Feynman. Benannt nach dem Physiker, kommt sie mit einer neuen CPU namens Rosa (nach Rosalind Franklin), dem LP40-Chip und BlueField-5. Die Nachfolge ist also schon in der Pipeline.
KI-Rechenzentren im Orbit
Der überraschendste Moment: Nvidia arbeitet an Space-1 Vera Rubin — KI-Rechenzentren im Orbit. Ja, wirklich. Accelerated Computing soll vom Rechenzentrum auf der Erde ins All expandieren. Details sind noch dünn, aber allein die Vision ist beeindruckend.
Partnerschaften überall
AWS deployt über eine Million Nvidia-GPUs. Microsoft hat Hunderttausende Grace-Blackwell-GPUs in flüssigkeitsgekühlten Azure-Rechenzentren installiert und wird der erste Hyperscaler für Vera Rubin NVL72. Google Cloud integriert Nvidias Beschleunigungs-Libraries. Und bei Robotaxis steigen BYD, Hyundai und Nissan als neue Partner ein — plus eine Kooperation mit Uber.
Meine Einordnung
Die GTC 2026 macht eines deutlich: Der KI-Infrastruktur-Boom verlangsamt sich nicht. Er beschleunigt sich. Nvidia baut nicht mehr nur GPUs — sie bauen die gesamte Plattform, vom Chip bis zum Rack bis zum Orbit. Für Entwickler und Unternehmen heißt das: Die Kosten pro Token fallen weiter, die Geschwindigkeit steigt, und die Einsatzmöglichkeiten wachsen in jede Richtung.
Die spannendste Frage ist nicht, ob Vera Rubin ein Erfolg wird — das ist bei Nvidias Marktmacht fast sicher. Sondern ob der Rest der Branche überhaupt mithalten kann.
Quellen: