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Mythos-Welle erreicht London: Bank of England beruft Krisensitzung ein

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Nach den US-Regulierern reagiert jetzt auch die britische Finanzaufsicht auf Claude Mythos. Die Bank of England, FCA und das National Cyber Security Centre beraten ueber Risiken fuer das Finanzsystem.

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Die Schockwellen von Claude Mythos Preview haben den Atlantik überquert. Nachdem letzte Woche bereits US-Regulierer um Fed und Treasury reagiert hatten, zieht jetzt die britische Finanzaufsicht nach. Und sie nimmt die Sache ernst.

Bank of England schaltet sich ein

Wie Bloomberg und die Financial Times berichten, planen die Bank of England, die Financial Conduct Authority (FCA) und das britische Finanzministerium gemeinsame Gespräche mit dem National Cyber Security Centre (NCSC). Ziel: Die Risiken bewerten, die Claude Mythos Preview für das britische Finanzsystem darstellt.

Die Beratungen finden innerhalb der Cross-Market Operational Resilience Group (CMORG) statt. Das ist kein alltäglicher Kanal. CMORG wurde für systemische Risiken geschaffen, die den gesamten Finanzmarkt betreffen könnten.

Was die Regulierer beunruhigt

Der Kern des Problems: Anthropic hat öffentlich erklärt, dass Mythos Preview tausende schwerwiegende Sicherheitslücken in Betriebssystemen, Browsern und weit verbreiteter Software identifiziert hat. Viele davon waren bisher unbekannt. Das ist einerseits genau der Grund, warum Anthropic das Modell nur eingeschränkt über Project Glasswing zugänglich macht. Andererseits bedeutet es, dass die entdeckten Schwachstellen existieren, unabhängig davon, ob Mythos öffentlich verfügbar ist oder nicht.

Vertreter großer britischer Banken, Versicherer und Börsen sollen in den nächsten zwei Wochen über die Cyber-Risiken informiert werden.

Global koordinierte Reaktion

Was wir hier sehen, ist eine beispiellose koordinierte Reaktion der globalen Finanzaufsicht auf ein KI-Modell. In den USA haben Finanzminister Bessent und Fed-Chef Powell bereits Bankchefs zu einem Briefing eingeladen. Jetzt folgt Großbritannien. Die Regulierer behandeln die Fähigkeiten fortschrittlicher KI-Modelle zunehmend als potenzielles systemisches Risiko.

Meine Einordnung

Das ist neu. Wir haben vorher gesehen, wie Regulierer über KI-Regulierung diskutieren. Aber dass eine Zentralbank wegen eines konkreten KI-Modells eine Krisensitzung einberuft, ist ohne Beispiel. Es zeigt, wie real die Fähigkeiten von Mythos eingeschätzt werden.

Für Anthropic ist das ein zweischneidiges Schwert. Einerseits beweist die Reaktion, dass Project Glasswing die richtige Entscheidung war. Andererseits wächst der regulatorische Druck. Die Frage, ob und wann Mythos-Klasse-Modelle für die breite Nutzung freigegeben werden, wird nicht nur von Anthropic beantwortet werden. Die Regulierer reden jetzt mit.


Quellen: