Der Musk-gegen-Altman-Prozess geht in die dritte Woche, und jetzt wird es richtig persönlich. Am 12. Mai hat Sam Altman selbst ausgesagt — und seine Version der Geschichte ist eine andere als die von Elon Musk.
Altmans Kernaussage
Musks Anwälte behaupten, Altman und Microsoft hätten eine gemeinnützige Organisation gestohlen. Altman sieht das offenbar völlig anders. Sein Argument: Musk hat OpenAI nicht verloren — er hat es verlassen. Und der Wechsel zur For-Profit-Struktur war die einzige Möglichkeit, genug Geld für sichere KI-Entwicklung aufzutreiben.
Besonders brisant: Altman sagte aus, Musk habe früh eine kontrollierende Beteiligung an OpenAI gefordert — laut Al Jazeera sprach er von 90 Prozent. Alternativ habe Musk eine Fusion mit Tesla vorgeschlagen. Beides wurde abgelehnt.
Die SMS, die alles ändert
Musks Anwalt Steven Molo konfrontierte Altman mit einer SMS vom 18. Februar 2023, in der Altman schrieb, er sei Musk für alles dankbar und OpenAI wäre ohne ihn nicht entstanden. Auf die Frage, ob sich seine Meinung seitdem geändert habe, antwortete Altman direkt: Ja, er habe seine Meinung über Elon erheblich geändert.
Microsoft hatte eigene Zweifel
Was ebenfalls ans Licht kam: Microsoft hatte intern schon 2018 Bedenken wegen der Abhängigkeit von OpenAI. Am Tag zuvor hatte CEO Satya Nadella ausgesagt, Musk habe ihn nie direkt wegen Microsofts Investment kontaktiert. Die internen E-Mails zeichnen ein Bild eines Partners, der selbst nicht sicher war, ob die Wette aufgeht.
Was als Nächstes kommt
Der Prozess nähert sich den Schlussplädoyers. Was auch immer die Jury entscheidet — der Schaden ist auf beiden Seiten bereits angerichtet. Musk hat zugegeben, dass xAI OpenAI-Modelle destilliert. Altman hat eingeräumt, dass er seine Meinung über seinen einstigen Mentor grundlegend geändert hat.
Für die KI-Branche ist dieser Prozess mehr als ein Promi-Streit. Es geht um die Frage, wer die mächtigste Technologie unserer Zeit kontrollieren darf — und welche Verpflichtungen damit einhergehen.
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