Morgen beginnt die Microsoft Build 2026 in San Francisco, und die spannendste Ankündigung ist schon durchgesickert: Microsoft stellt eine ganze Reihe eigener KI-Modelle vor. Keine OpenAI-Modelle. Eigene.
Was kommt
Reuters und The Information berichteten bereits Ende Mai über die Details. Microsoft’s interne KI-Abteilung MAI unter der Leitung von Mustafa Suleyman hat eine komplette Modellfamilie entwickelt: ein Coding-Modell für GitHub Copilot, ein Reasoning-Modell, ein Sprachmodell (MAI-Voice 2), ein Bildmodell (MAI-Image 2.5) und ein Transkriptionsmodell (MAI-Transcribe 1.5). Dazu kommt ein neuer hauseigener KI-Agent.
Der eigentliche Grund
Cybernews formulierte es ungewöhnlich direkt: ‘Der Vorstoß spiegelt Microsofts Bemühungen wider, die Abhängigkeit von OpenAI zu reduzieren, nachdem die Partnerschaftsbedingungen im April 2026 neu verhandelt wurden — und nachdem Anthropics Claude Code GitHub Copilot bei der Enterprise-Adoption überholt hat.’
Das ist der Kern der Geschichte. GitHub Copilot war jahrelang das dominierende KI-Coding-Tool. Jetzt schreibt Copilot laut Microsofts eigenen Zahlen 46 Prozent des Codes auf GitHub — aber Claude Code hat bei Enterprise-Entwicklern die Nase vorn. Microsoft reagiert, indem es eigene Modelle baut, statt sich weiter auf OpenAI und Anthropic zu verlassen.
Was das für Entwickler bedeutet
Für uns als Entwickler ist das eine gute Nachricht. Mehr Wettbewerb bei Coding-KI bedeutet bessere Tools für alle. Die entscheidende Frage ist, ob Microsofts MAI-Coding-Modell mit Claude Codes SWE-bench Pro Score von 69,2 % mithalten kann. Das werden wir ab morgen wissen.
Die Build läuft vom 2. bis 3. Juni in San Francisco und online. Der Keynote-Livestream beginnt morgen mit Satya Nadella. Neben den MAI-Modellen werden das Windows Agent Framework, der Copilot Agent Mode und der neue Windows Agent Store erwartet.
Quellen: