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Lutnick: 'Wir vertrauen Anthropic' – die Regierung macht Frieden

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US-Handelsminister Howard Lutnick erklärt Anthropic für rehabilitiert: 'Sie sind zurück auf der richtigen Seite.' Nach Exportkontrollen, Pentagon-Blacklist und Gerichtsstreit ist das eine ziemliche Wende. Und Mitgründer Tom Brown steht dabei plötzlich im Rampenlicht.

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Ein Satz, den man vor ein paar Monaten kaum für möglich gehalten hätte: „Wir vertrauen Anthropic.” Gesagt hat ihn US-Handelsminister Howard Lutnick, im Gespräch mit Axios-Reporter Mike Allen. Auf die Frage, ob er Anthropic-Chef Dario Amodei vertraue, antwortete Lutnick: „Sie haben getan, was wir verlangt haben. Sie sind zurück auf der richtigen Seite. Die Antwort ist also: Ja.”

Zur Erinnerung, wie tief das Verhältnis im Keller war. Anfang des Jahres krachte es zwischen der Trump-Regierung und Anthropic so heftig, dass die Regierung Exportkontrollen über die stärksten Modelle der Firma verhängte. Das Pentagon stufte Anthropic als Lieferketten-Risiko ein, weil die Firma sich weigerte, Claude für Massenüberwachung im Inland oder für autonome Waffen freizugeben. Verteidigungsminister Pete Hegseth schloss Anthropic von Militäraufträgen aus. Anthropic klagte. Im August kippte eine Bundesrichterin die Blacklist, weil sie Anthropics Grundrechte verletzte. Eine zweite Einstufung des Pentagons unter einem anderen Gesetz liegt noch beim D.C. Circuit.

Und jetzt: Handschlag. Lutnick hat seine Aussage wohl am Dienstag gemacht. Am Mittwoch stand er beim G20-Innovationsministertreffen in Chapel Hill, North Carolina, auf der Bühne und stellte den Ministern persönlich einen Gast vor: Tom Brown, Mitgründer von Anthropic. „Anthropic ist natürlich berühmt, aber eine kleine Geschichte hilft”, sagte Lutnick und gab Brown die Bühne.

Brown wiederum lobte einen Post von Präsident Trump auf Truth Social, in dem dieser Rechenzentren als „enorme Quelle von Wohlstand” bezeichnet hatte. Rechenzentren brächten Jobs und Steuern, sagte Brown, und so wie Anthropic sie plane, kämen sie mit eigener Stromerzeugung und stärkten das Netz. Er verwies außerdem auf Anthropics Unterstützung für die Selbstverpflichtung der Regierung zu stabilen Strompreisen für Haushalte.

Laut Axios war Brown schon in den Monaten davor die Schlüsselfigur hinter den Kulissen. Er führte mehrere Gespräche mit Lutnick und mit Sean Cairncross, dem nationalen Cyber-Direktor. Während Amodei als Gesicht des Konflikts galt, hat Brown offenbar die Drähte neu verlegt.

Was ich daran bemerkenswert finde: Anthropic hat seine roten Linien beim Militär nach allem, was bekannt ist, nicht aufgegeben. Der Streit um Überwachung und autonome Waffen ist vor Gericht gewonnen, nicht verhandelt. Trotzdem sagt Lutnick, die Firma habe „getan, was wir verlangt haben”. Was genau das war, sagt er nicht. Vielleicht reicht es in Washington schon, öffentlich die richtigen Dinge über Rechenzentren zu sagen und den richtigen Mitgründer zu schicken. Für eine Firma, die auf einen Börsengang zusteuert, ist so ein Satz vom Handelsminister jedenfalls mehr wert als jeder Benchmark.

Quellen: Axios: Lutnick: Anthropic is ‘back on the right side’ with Trump administration, Reuters via Investing.com: Anthropic back on ‘right side’ with Trump administration