Google hat auf der Cloud Next ‘26 am 23. April nicht gekleckert, sondern geklotzt. Die zwei großen Ankündigungen: eine Enterprise Agent Platform, die KI-Agenten endlich enterprise-tauglich machen soll. Und ein neuer Chip, der die bisherige Hardware in den Schatten stellt.
Die Gemini Enterprise Agent Platform
Google will, dass Unternehmen KI-Agenten bauen, die eigenständig Aufgaben erledigen — planen, ausführen, anpassen. Ohne dass ein Mensch jeden Schritt absegnen muss. Das Besondere: Jeder Agent bekommt eine eigene kryptografische Identität. Das heißt, jede Aktion ist nachvollziehbar und prüfbar. Kein anonymer Bot, der irgendwo im System rumfuhrwerkt, sondern ein Agent mit klarer Zuordnung und definierten Berechtigungen.
Das ist genau das, was Enterprise-Kunden bisher vermisst haben. Autonome Agenten sind spannend — aber ohne Audit-Trail und Zugriffskontrolle sind sie in regulierten Branchen undenkbar.
Der TPU 8t
Googles neuer Trainings-Chip der achten Generation nutzt Inter-Chip Interconnect, um bis zu 9.600 TPUs zu verbinden. Die Zahlen: dreifache Rechenleistung im Vergleich zum Ironwood-TPU, doppelte Performance pro Watt. Das ist nicht nur ein inkrementelles Update — das ist ein Generationssprung in der Trainingsinfrastruktur.
Dazu kommt der TPU 8i für Inferenz, also für das tatsächliche Ausliefern von Antworten. Google baut damit seine eigene Chip-Pipeline weiter aus und macht sich unabhängiger von Nvidia.
Meine Einordnung
Google zeigt hier eine klare Vision: KI-Agenten als First-Class-Citizens in der Cloud, mit eigener Identität und Audit-Fähigkeit. Das ist kein Spielzeug — das zielt auf Banken, Versicherungen und Gesundheitswesen. Die Chip-Ankündigungen sind das Fundament dafür. Wer die eigene Hardware kontrolliert, kontrolliert die Kosten. Und wer die Kosten kontrolliert, kann aggressiver skalieren.
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