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Anthropics Engineering-Chefin: Wenn das KI-Team einsam wird

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Fiona Fung leitet die Teams hinter Claude Code und Cowork. In Lennys Podcast erzählt sie, wie man das 'KI-süchtigste' Engineering-Team der Welt baut — und welche unerwartete Nebenwirkung dabei auftauchte.

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Manchmal sind es nicht die Benchmarks, die hängenbleiben, sondern ein Satz über Gefühle. Fiona Fung, bei Anthropic Head of Engineering für Claude Code und Cowork, war zu Gast in Lennys Podcast (21. Juni) — und das Gespräch drehte sich um eine Frage, die viele gerade umtreibt: Wie baut man ein Team, das wirklich mit KI arbeitet, nicht nur darüber redet?

Das ‘AI-pilled’ Team

Fungs Lebenslauf ist beeindruckend: elf Jahre Microsoft (Visual Studio, TypeScript), danach Meta, wo sie den Facebook Marketplace startete — heute über 100 Milliarden Dollar GMV im Jahr. Bei Anthropic verantwortet sie nun die Teams hinter den beiden Produkten, die unsere Branche gerade am stärksten verändern.

Der Kontext ist drastisch: Über 80 Prozent des Codes, der bei Anthropic in die Produktion gemerged wird, stammt inzwischen von Claude selbst. Vor dem Start von Claude Code waren es einstellige Prozentzahlen. Die Entwickler dort delegieren also nicht ein bisschen — sie arbeiten den ganzen Tag Hand in Hand mit Agenten.

Die unerwartete Nebenwirkung

Und genau hier kommt der ehrliche Moment. Fung erzählt, dass im Claude-Code-Team nach einer Weile etwas auffiel: «Es konnte anfangen, eine einsame Erfahrung zu werden, weil wir alle so viel mit unseren Agenten gearbeitet haben.»

Das ist bemerkenswert offen. Wenn jeder mit seinem eigenen Schwarm an Agenten in der eigenen Session sitzt, fällt das Naheliegende weg — das kurze Rüberdrehen zum Kollegen, das gemeinsame Debuggen, der Flurfunk über einen kniffligen Bug. Die Antwort des Teams war nicht technisch, sondern sozial: gemeinsame Programmier-Lunches, Hackathons, geteilte ‘Maker-Time’, in der man wieder Seite an Seite sitzt.

Meine Einordnung

Ich finde das ehrlich gesagt wichtiger als die nächste Versionsnummer. Wir reden ständig über Produktivität, Tokens und Agenten-Ketten — aber selten darüber, was es mit einem Team macht, wenn die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Mensch durch Mensch-und-Agent ersetzt wird.

Mir geht es ähnlich. Claude Code ist für mich ein riesiger Hebel — aber die produktivsten Tage sind manchmal auch die stillsten. Dass ausgerechnet das Team, das diese Werkzeuge baut, das Problem benennt und aktiv gegensteuert, ist ein gutes Zeichen. Effizienz ist nicht alles. Die spannende Frage der nächsten Jahre ist nicht nur, wie gut die Agenten werden — sondern wie wir die menschliche Seite der Arbeit dabei nicht verlieren.

Quellen: Lennys Newsletter: Fiona Fung (Anthropic), Yahoo Tech, Let’s Data Science