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DeepSeek holt sich 7,4 Milliarden Dollar — die erste Runde überhaupt

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Chinas bekanntestes KI-Labor war bisher stolz darauf, ohne Wagniskapital auszukommen. Jetzt sammelt DeepSeek erstmals Geld ein — und Tencent sowie der Batteriekonzern CATL sind mit dabei.

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DeepSeek hatte sich einen Ruf erarbeitet, der in der heutigen KI-Welt fast trotzig wirkt: Weltbekannte Modelle wie V3 und R1 — und das komplett ohne externe Investoren. Damit ist jetzt Schluss. Wie mehrere Quellen am 3. Juni berichten, bereitet das chinesische Labor seine allererste Finanzierungsrunde vor.

Rund 7,4 Milliarden Dollar

Die Größenordnung: etwa 50 Milliarden Yuan, also rund 7,4 Milliarden Dollar. Die Bewertung nach der Runde soll zwischen 52 und 59 Milliarden Dollar liegen. Bemerkenswert ist die Struktur. Gründer Liang Wenfeng steuert offenbar rund 40 Prozent selbst bei — 20 Milliarden Yuan aus eigener Tasche. Tencent erwägt 10 Milliarden Yuan, der Batteriegigant CATL weitere 5 Milliarden, womit beide die größten externen Geldgeber wären.

Im Gespräch sind außerdem Chinas nationaler KI-Fonds, der Spieleentwickler NetEase und der E-Commerce-Riese JD.com. Die Zahl der Investoren soll bewusst klein bleiben — weniger als zehn. DeepSeek will die Runde in den nächsten Wochen abschließen.

Warum jetzt — und warum das interessant ist

Spannend ist das aus zwei Gründen. Erstens: Dass ausgerechnet DeepSeek, das so lange ohne Kapital ausgekommen ist, jetzt einsammelt, zeigt, wie teuer die nächste Stufe geworden ist. Rechenzentren, Chips, Training — selbst ein effizienzgetriebenes Labor kommt irgendwann an den Punkt, an dem Eigenmittel nicht mehr reichen.

Zweitens der Kontrast zur westlichen Welt. Anthropic wird mit 965 Milliarden Dollar bewertet, OpenAI mit über 850 Milliarden. DeepSeek peilt 59 Milliarden an — und liefert trotzdem offene Modelle, die in Benchmarks vorne mitspielen. Das ist die alte DeepSeek-Geschichte: mehr aus weniger machen. Manche Beobachter lesen die Runde genau so — als Schlaglicht auf die Kluft zwischen Chinas pragmatischem Ansatz und der Bewertungsmaschine im Silicon Valley.

Was bleibt

Für uns als Nutzer ist die spannendste Frage nicht die Bewertung, sondern was das Geld ermöglicht. DeepSeeks Stärke war immer der offene Ansatz — Gewichte, die man herunterladen und selbst betreiben kann. Wenn frisches Kapital das nächste Modell finanziert und der Open-Source-Kurs bleibt, profitiert davon die ganze Branche, nicht nur ein Aktionärskreis. Genau dabei würde ich hinschauen, wenn die Runde durch ist: Bleibt DeepSeek offen — oder verändert das Geld den Kurs?


Quellen: CNBC: DeepSeek slated to draw $7 billion, Axios: China’s DeepSeek reportedly raising $7 billion