Wer Claude in den letzten Tagen intensiv genutzt hat, hat es vielleicht bemerkt: Die Limits fühlen sich anders an. Das hat einen Grund — Anthropic hat die Spielregeln geändert.
Was sich geändert hat
Anthropic hat die Nutzungslimits für Claude-Kunden angepasst, um Angebot und Nachfrage besser in Einklang zu bringen. Die Kernänderung: In Stoßzeiten — zwischen 5:00 und 11:00 Uhr Pacific Time (14:00 bis 20:00 Uhr unserer Zeit) — werden die 5-Stunden-Session-Limits schneller aufgebraucht. Dein 5-Stunden-Fenster kann in Stoßzeiten also deutlich schneller zu Ende sein als in fünf Stunden.
Warum? Weil Anthropic die Nutzung an den Token-Verbrauch koppelt — ohne genau offenzulegen, wie viele Tokens einem Zeitfenster entsprechen. In der Praxis bedeutet das: Außerhalb der Stoßzeiten bekommst du mehr, während der Peaks weniger.
Die wöchentlichen Limits bleiben unverändert. Es geht nur um die stündliche Verteilung.
Die 2x-Aktion läuft heute aus
Als Ausgleich hatte Anthropic seit dem 13. März eine Aktion laufen: Doppelte Nutzungslimits außerhalb der Stoßzeiten — für alle Pläne, von Free bis Max. An Wochentagen galten die doppelten Limits außerhalb von 8:00 bis 14:00 Uhr Eastern Time, am Wochenende rund um die Uhr.
Diese Aktion endet heute, am 27. März 2026, um 23:59 Uhr Pacific Time. Ab morgen gelten wieder die normalen Limits.
Claude Code besonders betroffen
Besonders laut sind die Beschwerden von Claude Code-Nutzern. Mehrere Max-Abonnenten berichten, dass ihre 5-Stunden-Sessions innerhalb von ein bis zwei Stunden aufgebraucht waren — bei denselben Workflows, die vorher problemlos funktionierten. Einige Max-5x-Nutzer sprechen von 90 Minuten für ein eigentlich 5-Stunden-Fenster.
Ob das ein Bug ist oder eine Konsequenz der neuen Drosselung, ist unklar. Anthropic hat die Reports bisher nicht direkt kommentiert.
Meine Einschätzung
Das ist die Realität des KI-Geschäfts in 2026: Nachfrage wächst schneller als die Rechenkapazität. Anthropic ist da ehrlich — sie sagen offen, dass sie kapazitätsbeschränkt sind. Ob die Lösung elegant ist, steht auf einem anderen Blatt.
Für Power-User — und gerade für Claude Code-Nutzer — ist die Drosselung spürbar. Wer sich auf agentic Workflows verlässt, muss seine Arbeit jetzt strategischer planen: Schwere Tasks in die Off-Peak-Zeiten legen, leichte Arbeit in den Peaks erledigen.
Es wäre allerdings schön, wenn Anthropic transparenter kommunizieren würde, wie genau die Token-zu-Zeit-Umrechnung funktioniert. Ohne diese Information fühlt sich das Ganze wie eine Blackbox an.
Quellen: