Anthropic hat auf der Code with Claude-Konferenz drei große Neuerungen für Claude Managed Agents vorgestellt. Die spannendste davon: Dreaming — ein Feature, das Agenten buchstäblich aus ihren eigenen Fehlern lernen lässt.
Dreaming: Agenten, die sich selbst verbessern
Dreaming ist ein geplanter Prozess, der die bisherigen Agent-Sessions und Memory Stores durchgeht, Muster extrahiert und Erinnerungen kuratiert. Das Besondere: Dreaming erkennt Muster, die ein einzelner Agent in einer einzelnen Session nicht sehen kann — wiederkehrende Fehler, Workflows, auf die Agenten immer wieder konvergieren, und Präferenzen, die teamweit geteilt werden.
Du entscheidest dabei, wie viel Kontrolle du abgeben willst: Dreaming kann Memories automatisch aktualisieren, oder du reviewst die Änderungen vorher.
Outcomes: Erfolg definieren statt Schritte diktieren
Mit Outcomes schreibst du ein Rubric, das beschreibt, wie Erfolg aussieht — und der Agent arbeitet darauf hin. Ein separater Grader bewertet das Ergebnis in seinem eigenen Kontextfenster, unabhängig vom Reasoning des Agenten. Wenn etwas nicht stimmt, zeigt der Grader genau, was sich ändern muss, und der Agent macht einen weiteren Durchlauf.
Das ist ein fundamentaler Shift: Statt dem Agenten jeden Schritt vorzuschreiben, definierst du das Ziel und lässt ihn den Weg finden.
Multi-Agent-Orchestrierung: Aufteilen und parallel arbeiten
Wenn ein Job zu groß für einen einzelnen Agenten ist, kann ein Lead-Agent die Arbeit aufteilen und an Spezialisten delegieren — jeder mit eigenem Modell, eigenem Prompt und eigenen Tools. Die Spezialisten arbeiten parallel auf einem geteilten Dateisystem.
Ein Beispiel: Ein Lead-Agent untersucht einen Incident, während Sub-Agenten gleichzeitig Deploy-Historie, Error-Logs, Metriken und Support-Tickets durchforsten. Die Ergebnisse fließen zurück in den Gesamtkontext.
Meine Einschätzung
Dreaming ist das Feature, das mich am meisten interessiert. Agenten, die sich über einzelne Sessions hinweg verbessern, ohne dass ich jedes Mal manuell nachjustieren muss — das ist ein echter Schritt in Richtung wirklich nützlicher Automatisierung. Mal sehen, wie gut das in der Praxis funktioniert.
Dreaming ist als Research Preview verfügbar, Outcomes und Multi-Agent-Orchestrierung sind in der Public Beta.
Quellen: Claude Blog · SiliconANGLE · SD Times