Es gibt Updates, die nett sind. Und dann gibt es Updates, die grundlegend verändern, wie du mit KI arbeitest. Claude Computer Use gehört definitiv in die zweite Kategorie.
Was ist passiert?
Anthropic hat am 23. März 2026 eine neue Funktion für Claude freigeschaltet: Computer Use. Claude kann ab sofort deinen Mac bedienen - klicken, scrollen, tippen, zwischen Apps wechseln. Wie ein zweiter Mensch, der an deinem Rechner sitzt.
Das Ganze funktioniert so: Wenn du Claude eine Aufgabe gibst, prüft es zuerst, ob ein passender Connector verfügbar ist - also eine direkte Integration mit Slack, Google Calendar oder ähnlichen Tools. Falls nicht, greift Claude auf Computer Use zurück und steuert deinen Mac über den Bildschirm, genau wie du es selbst tun würdest.
Wie sicher ist das?
Anthropic setzt auf ein Permission-First-System. Claude fragt dich um Erlaubnis, bevor es eine neue App öffnet oder eine Aktion ausführt. Du kannst jederzeit stoppen. Das ist wichtig, denn wir reden hier immerhin davon, dass eine KI deinen Rechner bedient.
Anthropic selbst sagt offen: Computer Use ist ‘still early’. Es wird Fehler geben. Aber genau dafür ist die Research Preview da - Nutzer sollen testen und Feedback geben, damit die Funktion besser wird.
Zusammen mit Dispatch
Computer Use kommt zusammen mit Dispatch - einer Funktion, mit der du Claude Aufgaben von deinem Handy aus zuweisen kannst. Stell dir vor: Du sitzt in der Bahn, schickst Claude per Handy den Auftrag ‘Prüfe meine Mails und fasse die wichtigsten zusammen’, und wenn du zu Hause ankommst, liegt das Ergebnis auf deinem Mac bereit.
Die Kombination aus Computer Use und Dispatch macht Claude zu so etwas wie einem persönlichen Assistenten, der auch physisch an deinem Rechner arbeiten kann - nur eben ohne Körper.
Wer kann es nutzen?
Aktuell ist Computer Use als Research Preview verfügbar für Claude Pro und Max Abonnenten auf macOS. Windows und Linux müssen sich noch gedulden.
Meine Einschätzung
Das ist ein großer Schritt. Nicht weil Computer Use perfekt ist - das ist es ausdrücklich noch nicht. Sondern weil es zeigt, wohin die Reise geht. KI-Assistenten werden nicht mehr nur Texte schreiben und Fragen beantworten. Sie werden unsere Computer bedienen, während wir etwas anderes machen.
OpenAI hat mit Operator einen ähnlichen Ansatz, Google testet eine native Gemini-App für den Mac. Die großen Player sind sich einig: Der Desktop ist das nächste Schlachtfeld.
Quellen: