Claude Code hat diese Woche das bisher größte Update bekommen — und es verändert grundlegend, wie man mit dem Tool arbeitet. Anthropic hat am 14. April sowohl ein komplettes Desktop-Redesign als auch ein neues Feature namens Routines vorgestellt.
Die neue Desktop-App
Die überarbeitete Desktop-App ist kaum wiederzuerkennen. Statt eines einzelnen Chat-Fensters gibt es jetzt eine Sidebar, die alle aktiven und vergangenen Sessions auflistet. Du kannst mehrere Repos gleichzeitig bearbeiten und zwischen Sessions hin- und herspringen, während Ergebnisse eintrudeln.
Das Spannendste: Alle Panels sind per Drag-and-Drop anordbar. Terminal, Preview, Diff-Viewer und Chat — du baust dir dein eigenes Layout. Dazu kommen ein integriertes Terminal für Tests und Builds, ein eingebauter Datei-Editor für schnelle Änderungen und ein komplett überarbeiteter Diff-Viewer, der auch bei großen Changesets flüssig läuft.
Routines — der eigentliche Game-Changer
Routines sind das Feature, das mich am meisten begeistert. Eine Routine ist im Grunde eine gespeicherte Claude-Code-Konfiguration: ein Prompt, ein oder mehrere Repos und ein Set an Connectors — einmal einrichten, automatisch ausführen lassen.
Der Clou: Routines laufen auf Anthropics Cloud-Infrastruktur. Du kannst deinen Laptop zuklappen und die Aufgabe läuft trotzdem weiter. Die Trigger-Möglichkeiten sind vielfältig — zeitgesteuert (stündlich, täglich, wöchentlich), per API-Call oder als Reaktion auf GitHub-Events wie Pull Requests.
Konkrete Anwendungsfälle? Automatisierte Backlog-Pflege, Alert-Triage oder Code-Reviews — alles ohne dass dein Rechner laufen muss.
Verfügbarkeit und Limits
Die neuen Features sind für Pro-, Max-, Team- und Enterprise-Nutzer verfügbar. Bei Routines gibt es Tageslimits: Pro-User bekommen 5 pro Tag, Max-User 15 und Team/Enterprise-Nutzer 25.
Meine Einschätzung
Das Desktop-Redesign war überfällig — parallele Sessions in einer App sind ein Produktivitätssprung. Aber Routines sind der eigentliche Paradigmenwechsel. Damit bewegt sich Claude Code von einem interaktiven Tool hin zu einer Plattform für autonome Entwickler-Workflows. Das ist genau die Richtung, in die agentenbasiertes Arbeiten gehen muss.
Quellen: