Claude Code 2.1.261 ist am 4. September erschienen, das dritte Release in drei Tagen. Nach dem Diff-Panel und dem Cache-Fix in 2.1.260 geht es diesmal um Kontext: Wer nutzt ihn, wer verschwendet ihn, und wie viel davon darf ein Befehl zurückgeben.
/skill-doctor
Der neue Befehl /skill-doctor listet auf, welche geladenen Skills in der Session gar nicht benutzt werden und was sie trotzdem an Kontext kosten. Wer über die Monate ein Dutzend Skills angesammelt hat, weiß, wie das läuft: Jeder Skill bringt seine Beschreibung mit, jede Beschreibung landet im Prompt, und am Ende zahlt man bei jeder Anfrage für Anleitungen, die nie greifen. Jetzt gibt es eine Liste zum Aufräumen. Ich habe ein paar Kandidaten, bei denen ich das Ergebnis schon ahne.
Mehr Ausgabe im Kontext
Zwei neue Settings, bashOutputMaxChars und taskOutputMaxChars, legen fest, wie viel Ausgabe von Shell-Befehlen und Hintergrund-Tasks Claude direkt zu sehen bekommt, bevor der Rest in eine Datei wandert. Das Maximum liegt bei 128.000 Zeichen. Bisher musste Claude bei langen Logs oder Testausgaben die Datei nachlesen, was Zeit und einen weiteren Tool-Aufruf kostet. Wer mit großen Testsuites arbeitet, wird das schätzen. Wer Kontext sparen will, lässt den Standardwert.
Passend dazu: --append-subagent-system-prompt-file liest den System-Prompt für Subagenten aus einer Datei, wenn er zu groß für die Kommandozeile ist. Und /context zählt Tokens lokal, wenn die Zähl-API nicht erreichbar ist, statt dafür Anfragen an ein kleines Modell zu schicken.
Der Tipp-Bug
Der Fix, den viele gemerkt haben, ohne ihn benennen zu können: Beim schnellen Tippen oder bei gedrückter Taste landeten Zeichen gelegentlich in falscher Reihenfolge oder fielen ganz weg. Das ist behoben. Ebenfalls behoben: Das Zeichen direkt vor einem eingebetteten [Image #N]-Chip ließ sich nicht löschen. Und die Wortnavigation im Prompt folgt jetzt den Bash-Konventionen: Ctrl+W löscht bis zum Leerzeichen, Alt+F und Alt+D stoppen am Wortende, Satzzeichen trennen Wörter. Die Einstellung keybindingFlavor ist damit wirkungslos.
Sicherheit und Auto-Modus
Zwei Änderungen fallen auf. Der Auto-Modus behandelt Links, die Inhalte in die URL eines öffentlichen Diagramm-Renderers packen, jetzt wie einen Upload an diese Seite. Die werden nicht mehr automatisch freigegeben, außer du hast danach gefragt. Wer den Prompt-Injection-Fall von Johann Rehberger aus dem August verfolgt hat, erkennt das Muster: Daten über harmlos wirkende URLs abfließen zu lassen. Der zweite Fix: Die Warnung vor gefährlichen rm-Befehlen greift jetzt auch bei rm -rf auf Positionsparametern und innerhalb von sh -c-Skripten in doppelten Anführungszeichen.
Für Teams
/status und claude doctor zeigen eine Zeile „Organization policy”, die erklärt, warum die Richtlinie der Organisation nicht geladen werden konnte, etwa weil ein Proxy den Endpunkt nicht durchlässt. Wer forceLoginMethod: "gateway" in den verwalteten Einstellungen hat, wird jetzt zum /login aufgefordert, statt dass ein alter API-Key oder ein claude.ai-Login stillschweigend weiterverwendet wird. Der /model-Picker zeigt bei Bedrock, Vertex und LLM-Gateways den Modellnamen statt der rohen ID.
Dazu ein langer Block an Remote-Control-Fixes: stale Permission-Modes beim Anhängen vom Handy, hängende Spinner nach dem Stoppen einer Runde, ein /teleport-Import, der auf dem Handy an die falsche Session angehängt wurde. Und für VS Code: ein Formular zum Hinzufügen und Entfernen von MCP-Servern direkt in der IDE, ein Klapp-Button für Permission-Prompts, damit man die Konversation dahinter lesen kann, und ein flacher Model-Picker mit allen Modellen in einer Liste.
Mein Fazit: /skill-doctor ist die Neuerung, die ich heute noch ausprobiere. Der Rest ist Pflege, aber der Tipp-Bug und die Bash-Ausgabegrenze sind genau die Art Pflege, die man im Alltag spürt.
Quellen: Claude Code Releases: v2.1.261, Claude Code Changelog