Claude Code 2.1.224 ist da, und diesmal steckt im Changelog ein echtes Schwergewicht: selbst-gehostete Umgebungen. Der neue Befehl claude self-hosted-runner macht aus deinen eigenen Maschinen oder Containern einen Ort, an dem Web-, Mobile- und Desktop-Sessions von Claude Code laufen. Verfügbar auf Team- und Enterprise-Plänen.
Warum das ein großer Schritt ist
Bisher liefen die Cloud-Sessions — also die Aufgaben, die im Hintergrund weiterarbeiten, während du das Laptop zuklappst — auf Anthropics Infrastruktur. Praktisch, aber für viele Unternehmen ein Problem: Code und Daten verlassen das eigene Haus. Genau da setzt der self-hosted-runner an. Die Session-Steuerung bleibt bequem über Web und Mobile, aber die eigentliche Arbeit passiert auf deiner Hardware, in deinem Netzwerk, hinter deiner Firewall.
Für Teams mit strengen Compliance-Anforderungen ist das der Unterschied zwischen «dürfen wir nicht» und «können wir sofort einsetzen». Man bekommt die Bequemlichkeit der Cloud-Sessions, ohne die Kontrolle über die Umgebung abzugeben.
Agenten, die miteinander reden
Der zweite große Punkt: sessionübergreifendes SendMessage. Claude-Code-Sessions können sich jetzt gegenseitig Nachrichten schicken — über alle deine Maschinen hinweg. Mit ListAgents findest du heraus, welche Sessions überhaupt erreichbar sind (macOS und Linux). Nachrichten an eine Session mit umgangenen Berechtigungen werden zur Freigabe zurückgehalten, alles andere wird direkt zugestellt.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber die Grundlage für echtes Multi-Agent-Arbeiten. Ein Agent auf dem Build-Server, einer auf deinem Laptop, einer in der Cloud — und sie koordinieren sich. Passend dazu ist das alte Limit von 200 Subagents pro Session gefallen. Lang laufende Sessions weisen keine neuen Agenten mehr ab.
Der Rest im Schnelldurchlauf
Es gibt eine neue archive-Plugin-Quelle: Plugins lassen sich jetzt aus einem Zip über HTTPS installieren — ohne Git, ohne npm, auf Wunsch mit SHA-256-Pinning. Dazu neue Optionen fürs Credential-Masking in der Sandbox, inklusive JWT-bewusstem Maskieren und AWS-SigV4-Neusignierung. Und eine ganze Reihe Fixes rund um Remote Control und lange Projektpfade.
Meine Einordnung
Self-hosted-runner ist für mich das Feature des Releases — und zwar eins, das die Zielgruppe verrät. Anthropic baut Claude Code immer klarer zum Werkzeug für große Organisationen aus, bei denen Datenhoheit kein nettes Extra, sondern eine harte Bedingung ist. Wer seine Cloud-Sessions auf eigener Hardware laufen lassen kann, muss zwischen Autonomie und Kontrolle nicht mehr wählen.
Und das sessionübergreifende Messaging deutet an, wohin die Reise geht: weg vom einen Agenten, der brav eine Aufgabe abarbeitet, hin zu einem Verbund aus Agenten, die über Maschinen verteilt zusammenarbeiten. Noch fühlt sich das nach Bastelei an — aber die Bausteine liegen jetzt bereit.
Quellen: