Wer Claude Code im Alltag nutzt, kennt das mulmige Gefühl nach einem versehentlichen /clear: Der gesamte Kontext weg, die Session faktisch resettet. Genau hier setzt die Release-Welle bis 2.1.191 an — mit einem Fix, über den ich mich ehrlich gefreut habe.
/rewind springt jetzt vor das /clear
Bisher war /clear eine Einbahnstraße. Ab sofort kann /rewind eine Unterhaltung bis zu dem Punkt zurückrollen, bevor du /clear ausgeführt hast. Das klingt nach einer Kleinigkeit, rettet aber genau die Situation, in der man sonst von vorne anfängt — ein falscher Tastendruck, und der mühsam aufgebaute Kontext ist nicht mehr verloren, sondern eine Rewind-Aktion entfernt.
Die Versionen 2.1.188 und 2.1.189 sind übrigens nie auf npm gelandet, 2.1.190 trug nur das übliche «Bug fixes and reliability improvements». Der spannende Stoff steckt also in 2.1.191.
Streaming, das nicht mehr hakt
Der zweite große Block sind Stabilitäts-Fixes rund ums Streaming:
- Beim Zurückscrollen in früheren Output sprang die Ansicht bisher gerne wieder nach unten — während eine Antwort noch streamte. Das ist behoben.
- Reißt mitten im Stream die Verbindung ab, bleiben jetzt die bereits empfangenen Teilantworten erhalten, statt durch eine rohe Fehlermeldung ersetzt zu werden. Der Spinner hängt auch nicht mehr bei «running tool» fest.
- Hintergrund-Agenten, die du im Tasks-Panel gestoppt hast, sind jetzt wirklich gestoppt — sie tauchen nicht mehr wie Zombies wieder auf.
Dazu kommen kleinere, aber feine Korrekturen: /voice erklärt jetzt, warum es deaktiviert ist, wenn eine Organisation es per Policy sperrt, statt nur ein generisches «nicht verfügbar» zu zeigen. Die /login-URL bricht im Windows Terminal nicht mehr unbrauchbar um, und Cmd+Klick auf Links funktioniert wieder im Vollbild von Ghostty über SSH/tmux.
Spürbar leichter unter der Haube
Performance gibt’s obendrauf: rund 37 % weniger CPU-Last während des Streamings, und der Speicherhunger in langen Sessions — verursacht vom Terminal-Output-Cache — wurde gebremst. Gerade bei Marathon-Sessions, in denen man Claude Code stundenlang laufen lässt, macht das einen Unterschied.
Meine Einordnung
Das sind keine Headline-Features, sondern Reibungsabbau. Aber genau diese unscheinbaren Releases sind es, die ein Werkzeug erwachsen machen. /rewind vor /clear ist so ein typisches «Warum ging das nicht schon immer so?»-Feature — und sobald man es einmal genutzt hat, will man es nie wieder missen. Anthropic poliert Claude Code weiter genau dort, wo Power-User täglich anecken. Mir gefällt das.
Quellen: Claude Code Releases, Claude Code CHANGELOG