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Asien füllt die Lücke: Mythos-Rivalen aus Japan und China

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Während Anthropics Export-Bann für Mythos und Fable 5 anhält, stoßen zwei asiatische Labore in die Lücke: Sakana AI aus Tokio und der chinesische Cybersecurity-Konzern 360. Beide werben mit 'Frontier ohne Exportrisiko'.

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Zwei Wochen sind eine lange Zeit in der KI-Welt. So lange ist es jetzt her, dass das Weiße Haus Anthropic verboten hat, Mythos und Fable 5 außerhalb der USA zugänglich zu machen. Und in genau diesen zwei Wochen ist passiert, was sich abzeichnen musste: Andere füllen die Lücke.

Tokio und Peking machen ihren Zug

Den Anfang machte Sakana AI aus Tokio. Das Startup hat ein Modell namens Fugu vorgestellt — benannt nach dem japanischen Kugelfisch. Sakana sagt, Fugu stehe ‘Schulter an Schulter’ mit Anthropics Fable 5 und der Mythos-Preview. Die Botschaft auf der Website ist unmissverständlich: ‘Frontier-Fähigkeiten ohne das Risiko von Exportkontrollen.’

Nur Tage später meldete sich der chinesische Cybersecurity-Konzern 360 zu Wort. Er stellte gleich zwei KI-Werkzeuge vor: Tulongfeng soll automatisch Software-Schwachstellen aufspüren, Yitianzhen die Cyberabwehr automatisieren. Laut Berichten positioniert 360 Tulongfeng explizit als Gegenstück zu Mythos — also genau zu dem Modell, das die US-Regierung wegen seiner Cyber-Fähigkeiten aus dem Verkehr gezogen hat.

‘Coincidental’, aber gelegen kam es trotzdem

Sakana betont, der Launch sei ‘reiner Zufall’ gewesen — Fugu sei seit letztem Jahr in Arbeit, die Forschung dahinter wurde im Frühjahr auf der ICLR vorgestellt. Mitgenommen hat das Startup die Aufmerksamkeit trotzdem gern. Gegründet wurde Sakana 2023 von den Ex-Google-Forschern Ren Ito, Llion Jones und David Ha; im November sammelte es 135 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 2,65 Milliarden ein.

Ren Ito, Mitgründer, hat seine Haltung in einem Meinungsbeitrag deutlich gemacht: Die erste Priorität der US-Regierung sollte sein, den Zugang für Amerikas engste Verbündete zu erhalten. KI dürfe keine Technologie werden, die gehortet wird — sie solle gemeinsam entwickelt werden. Auf dem G7-Gipfel in Evian war genau das eines der zentralen Themen.

Meine Einordnung

Das ist die unbequeme Kehrseite von Exportkontrollen: Sie schützen kurzfristig, aber sie schaffen einen Markt für genau die Alternativen, die man eigentlich verhindern wollte. Anthropic hat im Mai eine Jahresumsatzrate von 47 Milliarden Dollar gemeldet. Wie viel davon an asiatischen Unternehmenskunden hängt, ist nicht öffentlich — aber jeder Kunde, der jetzt zu Fugu oder einem lokalen Modell wechselt, kommt so schnell nicht zurück.

Und das ist der eigentliche Punkt. Lokale Modelle verstehen Sprache und Kontext oft besser, sie unterliegen keiner fremden Exportbehörde, und sie sind genau dann verfügbar, wenn der amerikanische Zugang über Nacht verschwinden kann. Selbst wenn der Bann irgendwann fällt — das Vertrauen, das gerade verloren geht, lässt sich nicht per Verordnung zurückholen.


Quellen: