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Anthropics wilder März: Zwei Leaks, fünf Ausfälle, 14 Launches

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Anthropic hatte den turbulentesten Monat in der Firmengeschichte. Ein Rückblick auf einen März, der alles hatte: Pentagon-Streit, zwei Datenlecks und trotzdem Rekordwachstum.

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Wenn jemand Anthropics März 2026 als Drehbuch einreichen würde, würde es als unrealistisch abgelehnt werden. Zu viel Drama für einen Monat. Und trotzdem ist genau das passiert.

Die Leak-Woche

Es fing am 26. März an. Fortune berichtete, dass fast 3.000 interne Dateien von Anthropics CMS öffentlich zugänglich waren — darunter ein unveröffentlichter Blogpost über Claude Mythos, das nächste große Modell. Details über einen ‘Step Change’ in KI-Fähigkeiten und das interne Codename-System sickerten durch.

Fünf Tage später, am 31. März, der zweite Schlag: Ein Source-Map-File in Claude Code Version 2.1.88 legte den kompletten Quellcode auf npm offen. 512.000 Zeilen TypeScript, 1.900 Dateien, inklusive Feature Flags für unreleaste Funktionen. Fortune nannte es den ‘zweiten größeren Sicherheitsvorfall innerhalb einer Woche’.

Anthropic blieb beide Male erstaunlich gelassen. ‘Menschlicher Fehler, kein Sicherheitsvorfall.’ Keine Kundendaten betroffen. Aber für ein Unternehmen, das sich als die ‘vorsichtige KI-Firma’ positioniert, war die Optik verheerend.

Der Pentagon-Streit

Parallel dazu eskalierte der Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium. Anthropic hatte sich geweigert, Claude für autonome Waffensysteme und Massenüberwachung freizugeben. Die Reaktion des Pentagon: Anthropic wurde als ‘Supply Chain Risk’ eingestuft — eine Bezeichnung, die normalerweise chinesischen Technologieunternehmen vorbehalten ist.

Am 26. März gewann Anthropic eine einstweilige Verfügung vor dem U.S. District Court. Richterin Rita Lin nannte die Pentagon-Aktion ‘klassische illegale Vergeltung nach dem First Amendment’ und sprach von einer ‘Orwellschen Vorstellung, dass ein amerikanisches Unternehmen als potenzieller Gegner gebrandmarkt werden kann, weil es eine Meinungsverschiedenheit mit der Regierung äußert.‘

Und trotzdem: Rekorde

Hier wird es paradox. Mitten in diesem Chaos hat Anthropic über 14 Produktlaunches durchgezogen. Cowork mit Computer Use, Dispatch, Windows-Support, Excel-Integration. Dazu ein verdoppeltes Abo-Wachstum und einen geschätzten Jahresumsatz von 19 Milliarden Dollar.

TechCrunch fasste es treffend zusammen: ‘Anthropic is having a month.’ Fünf größere Service-Ausfälle, zwei Datenlecks, ein Rechtsstreit mit dem Pentagon — und gleichzeitig das stärkste Wachstum in der Unternehmensgeschichte.

Was bleibt

März 2026 wird als der Monat in die Geschichte eingehen, in dem Anthropic bewies, dass ein Unternehmen gleichzeitig die besten KI-Produkte bauen und die schlechteste Operational Security haben kann. Die Produkte sind gut genug, dass die Nutzer bleiben. Aber die Fehler häufen sich auf eine Art, die Fragen aufwirft.

Für April wünscht man sich in Mountain View vor allem eins: Langeweile.

Quellen: