2 Min. Lesezeit KI-generiert

Theseus: Anthropic lässt sich Rechenzentren bauen – und zahlt die Stromkosten

Artikel als Markdown kopieren

Zusammen mit Macquarie und GIC gründet Anthropic die Plattform Theseus. Andere finanzieren die Rechenzentren, Anthropic mietet sie – und verspricht, die Netzausbaukosten komplett zu übernehmen.

Featured image for "Theseus: Anthropic lässt sich Rechenzentren bauen – und zahlt die Stromkosten"

Anthropic braucht Rechenleistung, und zwar viel. Statt die Rechenzentren selbst zu bauen und zu bezahlen, geht das Unternehmen einen anderen Weg: Am 10. August hat es zusammen mit Macquarie Asset Management und dem Staatsfonds GIC eine strategische Partnerschaft angekündigt. Sie heißt Theseus Infrastructure und soll Rechenzentren entwickeln, betreiben und langfristig an Anthropic vermieten.

Wer zahlt, wer nutzt

Die Aufteilung ist klar geregelt. Die von Macquarie verwalteten Fonds und GIC besitzen die Plattform und stecken den Großteil des Eigenkapitals in jedes einzelne Projekt. Anthropic ist der Ankermieter – die Anlagen werden also gezielt für seinen wachsenden Bedarf gebaut. Der erste Fokus liegt auf den USA. Zu geplanten Ausgaben oder der Größe der Projekte gibt es bislang keine Zahlen.

Interessant ist ein Detail, das über die reine Finanzierung hinausgeht: Anthropic verspricht, die Kosten für den nötigen Netzausbau zu 100 Prozent zu tragen. Und mehr noch – das Unternehmen will Strompreissteigerungen abfedern, die durch seinen eigenen Bedarf entstehen.

Warum das clever ist

Für Anthropic hat das gleich mehrere Vorteile. Der Bau von Rechenzentren bindet enorm viel Kapital, das dann nicht in Forschung oder Modelle fließt. Über Theseus bleibt dieser Posten weitgehend aus der eigenen Bilanz – andere tragen das Baurisiko, Anthropic sichert sich dafür die Kapazität per Mietvertrag. Für Macquarie und GIC wiederum ist ein Mieter mit langfristigem Vertrag und schier unstillbarem Hunger nach Rechenleistung ein ziemlich sicheres Investment.

Meine Einordnung

Am spannendsten finde ich das Stromversprechen. Rechenzentren sind längst ein politisches Thema, weil die Sorge wächst, dass der KI-Boom die Strompreise für ganz normale Haushalte in die Höhe treibt. Dass Anthropic hier vorbeugt und öffentlich zusagt, die Zusatzkosten zu schultern, ist kein Zufall. Es ist der Versuch, einer Debatte zuvorzukommen, die diese ganze Branche noch einholen wird.

Und der Name? Theseus – das Schiff, dessen Planken nach und nach ausgetauscht werden, bis keine der ursprünglichen mehr übrig ist. Ob das ein Kommentar zur Finanzierungsstruktur sein soll oder einfach nur gut klingt, weiß ich nicht. Passen tut es jedenfalls: Am Ende steht ein Netz aus Rechenzentren, das Anthropic gehört, ohne dass Anthropic es gebaut hat.


Quellen: