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Anthropics neue Studie: KI verdraengt Jobs — aber anders als du denkst

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Anthropic hat ein neues Mass entwickelt, um die realen Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt zu messen. Das Ergebnis ist differenzierter als die Schlagzeilen.

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Die Frage ‘Nimmt KI mir meinen Job?’ ist ungefähr so alt wie ChatGPT. Anthropic hat jetzt versucht, sie mit Daten statt mit Bauchgefühl zu beantworten.

Ein neues Mass: ‘Observed Exposure’

Das Forschungsteam um Maxim Massenkoff und Peter McCrory hat eine neue Kennzahl entwickelt: ‘Observed Exposure’. Statt nur theoretisch zu schauen, welche Jobs KI erledigen könnte, kombiniert der Ansatz die technische Machbarkeit mit der tatsächlichen Nutzung. Und gewichtet automatisierte Anwendungen stärker als rein unterstützende.

Das klingt nach einem kleinen Unterschied, macht aber einen grossen. Denn es gibt viele Jobs, die KI theoretisch ersetzen könnte — die in der Praxis aber kaum betroffen sind.

Die Ergebnisse

Die wichtigsten Erkenntnisse:

Computer-Programmierer haben mit 75% die höchste Task-Abdeckung durch KI. Auch Kundenservice-Mitarbeiter, Datenerfasser und medizinische Dokumentationsspezialisten sind stark exponiert.

Aber — und das ist der entscheidende Punkt — es gibt bisher keinen systematischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in den am stärksten betroffenen Berufen. Seit Ende 2022 hat sich auf Makroebene nicht viel verändert.

Was sich allerdings zeigt: Die Einstellung jüngerer Arbeitnehmer in exponierten Berufsfeldern scheint zu verlangsamen. Das ist subtiler als Massenentlassungen, aber möglicherweise langfristig bedeutsamer.

Wer ist betroffen?

Interessantes Detail: Die am stärksten betroffenen Arbeitnehmer sind eher älter, weiblich, besser ausgebildet und besser bezahlt. Das widerspricht dem Narrativ, dass KI vor allem einfache Jobs bedroht.

Meine Einordnung

Ich finde diese Studie aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens, weil Anthropic damit Transparenz über die gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer eigenen Technologie schafft. Das ist ungewöhnlich für ein Tech-Unternehmen.

Zweitens, weil die Realität komplizierter ist als die Schlagzeilen. Fortune titelte ‘Great Recession for white-collar workers’. Die Daten sagen etwas Differenzierteres: Die Verschiebung passiert, aber langsam und nicht so dramatisch wie befürchtet. Noch nicht.


Quellen: